Bevor ich sterbe – Jenny Downham

von Deborah von mirgetreu
Bevor ich sterbe

Klappentext

„Die 16-jährige Tessa hat Leukämie, und die Ärzte machen ihr nur noch wenig Hoffnung. Aber Tessa will leben, wenigstens in der Zeit, die ihr noch bleibt. Sie schreibt an ihre Zimmerwand zehn Dinge, die sie tun will, bevor sie stirbt: Sex haben, Drogen nehmen, für einen Tag berühmt sein, etwas Verbotenes tun … Und dann trifft sie Adam, und er ist der Erste, der sie versteht. Tessa spürt, dass sie etwas mit Adam verbindet, doch sie wehrt sich dagegen. Und dann begreift sie, dass sie zum ersten Mal verliebt ist. Aber darf man lieben, wenn man stirbt?“ (Quelle: Goldmann Verlag)

Mein Eindruck

Die 16-jährige Tessa ist unheilbar an Leukämie erkrankt und weiß, dass ihr nicht mehr allzu viel Zeit bleibt. Also beginnt sie eine Liste mit Dingen an ihre Zimmerwand zu schreiben, die sie vor ihrem Tod noch erledigen möchte. Dazu gehört unter anderem Drogen nehmen, einen Tag lang zu allem ‚Ja‘ sagen und die Liebe eines Jungen zu spüren. Ihre beste Freundin Zoey und ihr attraktiver Nachbar Adam helfen ihr dabei so gut es geht. Und schon bald wird daraus ein Wettlauf gegen die verbleibende Zeit die Tess noch zum Leben bleibt.

„Irgendwo unten im Haus geht eine Tür auf und zu. Während Zoey sich umdreht und mich ansieht, geht mir auf, dass das Leben eine Abfolge einzelner Momente ist, aus denen sich die Reise ans Ende zusammensetzt.“ (S. 164)

„Bevor ich sterbe“ von Jenny Downham stand schon seit zwei Jahren auf meiner Wunschliste, und als ich es dann vor ein paar Wochen als Mängelexemplar im Handel sah, musste es unbedingt mit. Die Autorin lässt Tess ihre Geschichte erzählen und führt den Leser tief in die Gedankenwelt rund um ihre Krankheit hinein. Anfangs konnte ich mich nur schwer mit dem Schreibstil anfreunden. Nach einigen Seiten jedoch gewöhnte ich mich daran und ließ mich von Tessa durch die Seiten führen. Nachdem ich jetzt schon einige Bücher mit ähnlicher Thematik gelesen hatte, sprich, die Geschichte einer unheilbar an Krebs erkrankten Person, ging ich mit gemischten Gefühlen an das Buch. Für mich persönlich spielt es eine große Rolle, wie die betroffene Person mit der Krankheit umgeht. Im Gegensatz zu anderen Büchern, in denen sich die Charaktere mit ihrer Situation abgefunden haben und dem Rest ihres Lebens mit Sarkasmus und Humor begegnen, möchte Tess alles andere als aufgeben. Dadurch, dass ihr die Ausweglosigkeit ihres Schicksals jedoch bewusst ist, fällt sie in eine tiefe Depression und weigert sich schlichtweg ihre verbleibende Zeit auszunutzen oder zu genießen. So verbringt sie die meiste Zeit liegend in ihrem Zimmer und verrennt sich in Gedanken des „Was wäre wenn…?“. Eines Tages jedoch beschließt sie, dass sie vor ihrem Tod noch einige Dinge erleben möchte, und schafft es auch ihre beste Freundin Zoey von ihrem Plan zu überzeugen. Anders als Tess‘ übrige Mitmenschen vermittelt Zoey ihr nicht das Gefühl anders zu sein, sondern behandelt sie wie eine ganz normale, gesunde Person. Dies hilft Tess besonders, da sie es satt hat mitleidig als die Kranke angesehen zu werden. Auch Tess‘ Nachbar Adam ist durch die psychische Erkrankung seiner Mutter schon abgebrüht und betrachtet Tess als ganz normales Mädchen, für die er nach und nach immer stärkere Gefühle entwickelt. Doch wie baut man eine Beziehung zu einem sterbenden Menschen auf?

„Alle sieben Jahre ändern sich unsere Körper, Zelle für Zelle. Alle sieben Jahre verschwinden wir.“ (S. 246)

Im Gegensatz zu anderen Büchern mit ähnlicher Thematik wie „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ oder „A Time for Dancing“ hat mich dieses Buch so richtig seelisch runtergezogen. Tessa hat mich durch ihre depressive Art und natürlich nachvollziehbare Schwarzmalerei oft wütend und traurig gemacht. Obwohl sich ihr Vater so liebevoll um sie kümmert und scheinbar mehr unter ihrer Situation leidet als sie selbst, ist sie verständnislos und unfreundlich zu ihm. Ihre beste Freundin kann ihr nichts recht machen und auch Adam bleibt von ihren Stimmungsschwankungen nicht verschont. Oftmals dachte ich dann einfach nur daran, dass sie zusätzlich zu ihrer Krankheit eine pubertierende 16 Jährige ist. Die Kombination beider Komponenten war im Endeffekt aber einfach zu viel für mich.

Fazit

Dieses Buch sollte nicht ohne eine Packung Taschentücher gelesen werden. Am besten eine Person bereithalten, mit der man sich hinterher über das Buch unterhalten kann, da es wirklich seelisch runterzieht.

Original Titel: Before I Die | Verlag: Goldmann | Übersetzerin: Astrid Arz | Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 320 | ISBN: 978-3-442-47106-5 | Erscheinungsdatum: 11.2009

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