Das Haus der Lady Armstrong – Andrew O’Connor

von Deborah von mirgetreu
Das Haus der Lady Armstrong

Klappentext

“Als Lord Edward Armstrong 1840 für seine Frau Anna ein Herrenhaus errichten lässt, ist es ein Monument der Liebe. Doch der ersehnte Erbe bleibt aus, und ihre Ehe zerbricht. Ihren Nachfahren Lord Pierce und Lady Clara ergeht es nicht besser. Auch auf ihnen scheint ein Unglücksfluch zu liegen, und Clara verlässt das Haus als gebrochene Frau … Ein Jahrhundert später: Auf Anhieb hat Kate Fallon sich in das Anwesen verliebt, doch ahnt sie nicht, was sich in diesen Mauern abgespielt hat. Bis sie sich gemeinsam mit Nico Armstrong, dem letzten Erben des Hauses, auf eine Reise in die Vergangenheit begibt, in der geliebt und gehasst, betrogen und gemordet wurde.” (Quelle: Klappentext)

Mein Eindruck

“Das Haus der Lady Armstrong” ist ein Roman, der über drei Zeitebenen, die Geschichte eines Hauses und deren Bewohner erzählt. Der erste Teil des Romans beginnt 1840, und erzählt von Anna und Edward Armstrong. Armstrong House wurde von Edward für seine große Liebe – seine Frau Anna – gebaut. Anna scheint zufrieden, denn sie hat alles, was sie sich als Herrin eines großen Hauses wünschen kann. Doch als neue Lady Armstrong muss sie sich auch mit Edwards aggressiven Cousin Sinclair und der mysteriösen Miss Hunter, die in einem Anwesen auf dem Grundstück wohnt, auseinandersetzen. Auch der lang ersehnte Erbe bleibt aus und Anna verzweifelt Zusehens.

“Sie erkannte, was es ausmachte, teure Kleidung zu tragen. Wie anders sich die Menschen ihr gegenüber verhielten, wenn sie wussten, wer sie war. (…) und nicht ein einziges Mal war ihr in den Sinn gekommen, wie es wohl wäre, anders behandelt zu werden.” (S.117)

Der zweite Teil beginnt 1913 mit Clara Charter, die auf einem Ball Pierce Armstrong, den Erben von Armstrong House kennenlernt. Obwohl er nicht an ihr interessiert scheint, fühlt sich Clara sofort zu ihm hingezogen. Als Pierce sie nach einiger Zeit plötzlich um ihre Hand bittet, beginnt für Clara eine Zeit zwischen Freude und größtem Unmut – in der auch der Erste Weltkrieg eine große Rolle spielt. Aus der beliebten und lebensfreudigen Frau wird eine traurige Gefangene ihres eigenen Hauses. Im dritten und letzten Teil gelangt man in die Gegenwart von 2007. Nico Armstrong muss, bedingt durch seine Scheidung und hohen Schulden, Armstrong House verkaufen. Es fällt ihm sichtlich schwer, vor allem als das Haus von der ehemaligen Schauspielerin Kate und ihrem Mann Tony Fallon, einem reichen Shoppingcenter-Magnaten, ersteigert wird. Nico befürchtet, dass sie daraus ein Disney Schloss machen würden, und ist umso erstaunter, als Kate ihn als Architekten damit beauftragt das Haus originalgetreu zu renovieren. Als Kate auf versteckte Briefe von Clara stößt, beginnt ihre Suche nach der Geschichte der früheren Bewohner von Armstrong House…

“Wir gehen einfach nicht davon aus, dass Menschen sich in die Normalität einfügen (..). Wir meinen immer, sie würden ihr ganzes Leben glamourös und außergewöhnlich bleiben. Aber Menschen können zerbrechen, und dann können sie nur noch auf Normalität hoffen.” (S.447)

Dieser Roman ließ sich gut lesen und ist in 103 Kapitel eingeteilt. Ja, 103 Kapitel!! Es hat mich sehr gestört, dass es so viele Kapitel waren, da sie meist nur 2-4 Seiten umfassten. Durch diese kurzen Passagen wurde ich immer wieder aus dem Lesefluss gerissen und musste erneut in die Geschichte finden. Da das nächste Kapitel in vielen Fällen nahtlos an dem vorherigen ansetzte, war die Kapitelunterteilung aus meiner Sicht wirklich unnötig. Durch die Einteilung der Geschichte in drei Teile wurde zwar der aktuelle Handlungsstrang klar vom vorherigen abgegrenzt, allerdings endeten die Teile meist so abrupt, dass man als Leser praktisch im Regen stehen gelassen wurde – und zwar ohne Regenschirm! Fast noch schlimmer ist, dass der Autor dann auch kaum aufklärt, was aus den Personen geworden ist. Man erzählt doch nicht seitenlang die Geschichte von Personen und lässt den Leser dann im Dunkeln darüber wie es an der spannendsten Stelle weitergeht? Nach dem ersten Wechsel zwischen den Zeiten war ich mir noch sicher, dass nun alles im nächsten Teil aufgeklärt wird. Es wird allerdings nur am Rande erwähnt und damit hat’s sich, bis der Autor es nach dem zweiten Wechsel wieder so macht! Es erscheinen zudem Personen, die man nicht wirklich in die Geschichte einordnen kann, weil einem die Informationen dazu nicht geliefert werden. Wirklich schade. Abgesehen von diesen negativen Punkten ist die Geschichte rund um Armstrong House wirklich toll! Ich habe das Buch nach anfänglichen Längen wirklich genossen und war einfach traurig, als die einzelnen Zeitebenen endeten. Ich bin der Meinung, dass der Autor bestimmt noch mal so viel hätte schreiben können, um die Geschichte komplett auszuschmücken!

Fazit

Eine unvollständige Geschichte! Traurig, denn das Material wäre vorhanden gewesen und war wirklich super interessant. Wem es nichts ausmacht, geliebten Figuren vorzeitig Lebewohl zu sagen, sollte sich dieses Buch für einen schönen gemütlichen Sonntag im Bett, auf jeden Fall zulegen.

Vielen Dank an Vorablesen und dem Ullstein Verlag für die Bereitsstellung dieses Exemplars!

Original Titel: The House | Verlag: Ullstein | Format: Softcover | Seitenanzahl: 496
ISBN: 978-3548285757 | Erscheinungsdatum: 06.2014

0 Kommentar
0

Mehr?

Einen Kommentar hinterlassen

* By using this form you agree with the storage and handling of your data by this website.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Seite erklären Sie sich damit einverstanden. Weitere Informationen können Sie der Datenschutzerklärung entnehmen. Ich stimme zu Datenschutzerklärung