Das Mädchen auf den Klippen – Lucinda Riley

von Deborah von mirgetreu
Das Mädchen auf den Klippen

Klappentext

“Mit gebrochenem Herzen sucht die Bildhauerin Grania Ryan Zuflucht in ihrer irischen Heimat. Bei einem Spaziergang an der Steilküste von Dunworley Bay wird Grania jäh aus ihren trüben Gedanken gerissen: Am Rande der Klippen steht ein Mädchen, barfuß und nur mit einem Nachthemd bekleidet. Der Wind zerrt an der zerbrechlichen Gestalt, und von plötzlicher Sorge ergriffen spricht sie das Kind an. – Ohne es zu ahnen, stößt Grania durch diese Begegnung die Tür zu einer über Generationen reichenden, tragischen Familiengeschichte auf – ihrer Geschichte.” (Quelle: Goldmann)

Mein Eindruck

Der Roman spielt in mehreren Zeitebenen, die man als Leser aber sehr gut unterscheiden kann. Es beginnt in der Gegenwart mit Grania, die unverhofft auf Aurora trifft. Granias Freund Matt und seiner besten Freundin Charley. Des Weiteren geht es um die Geschichte von Granias Urgroßmutter Mary deren Verlobten Sean Ryan und Auroras Großmutter Anna. Es folgt die Jugendzeit von Granias Mutter Kathleen. Zwischendurch berichtet Aurora aus ihrer Zukunft. Anfangs haben mich besonders die kurzen Zwischenseiten mit Auroras rückblickender Perspektive irritiert, denn sie haben meinen Lesefluss immer extrem gestört, dass ich zum Teil richtig genervt war davon. Letztendlich wird einem aber klar, dass es für den Übergang in das Ende des Buchs wichtig ist, da das Ende ein paar Jahre nach dem eigentlichen Geschehen spielt.

“Grania legte sich aufs Bett und schlang die Arme um das Kissen. Sie hatte den Glauben daran, dass Liebe auch die größten Probleme überwindet, verloren.” (S.28)

Grania ist eine selbstbewusste, schöne Frau, die ihren Freund Matt nach ihrer Fehlgeburt verlässt. Der eigentliche Grund wird erst ganz zum Schluss enthüllt. Ihre Familie steht stets hinter ihr, wobei ihre Mutter Kathleen, Granias Entscheidung sich um Aurora zu kümmern, anfangs nicht unterstützt, da sie Grania stets vor Problemen mit den Lisles warnt. Matt ist Doktorand der Kinderpsychologie und versucht schon seit einigen Jahren die freiheitsliebende Grania zu heiraten – vergeblich. Seine Kindheitsfreundin Charley scheint allerdings die Gunst der Stunde zu nutzen, Matt näher zu kommen. Matt war ein sehr unsympathischer Charakter für mich was dazu führte, dass ich mir von Beginn an kein Happy End für ihn und Grania gewünscht habe. Aurora hat ihre Mutter durch deren Selbstmord verloren und glaubt, dass ihr nachts deren Geist erscheint. Ihr Vater ist ein viel beschäftigter Geschäftsmann, der seine Tochter berufsbedingt oft monatelang auf dem großen Anwesen, mit der Haushälterin, alleine lassen muss.

“Grania bewunderte den gepflegten französischen Garten um das abweisende graue Gebäude. Niedrige Lorbeerhecken säumten den Weg, der zum Haus führte, und in den Beeten wuchsen Rosenbüsche, deren Farbenpracht im Sommer sicher beeindruckend war.” (S.37)

Ich fands klasse, dass es in jeder Zeitperspektive immer sehr spannend war. Allerdings habe ich den Fehler begangen das Buch um halb 1 Uhr morgens zu beginnen und konnte es bis zu seinem Schluss um 6 Uhr morgens nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichte rund um die Ahnen von Grania und Aurora war für mich persönlich am interessantesten. Von mir aus hätte dieser Teil des Buches ruhig mehr Seiten einnehmen können, aber schließlich war er nur dazu da, um die komplexen, vergangenen Familienereignisse zu verstehen. Manchmal ist es sehr verwirrend, wenn wieder in eine Zeitperspektive gewechselt wird, von der man bisher noch nichts wusste. Hier tauchen dann abermals neue Charaktere auf, mit denen man praktisch bei null beginnen und warm werden muss. Einer dieser Charaktere ist Mary. Zu anfangs weiß man nicht so recht, was man mit ihr anfangen und wie man sie in den Verlauf der Geschichte unterbringen soll. Marys Ängste und Gedanken während des Ersten Weltkrieges und um ihren Verlobten wurden ziemlich gut dargestellt, sodass man gut mit ihr mitfühlen konnte.

Fazit

Alles in allem fand ich das Buch bis auf die Zwischenberichte von Aurora und den übertriebenen Entwicklungen zwischen Grania und Auroras Familie, wirklich toll. Es ist unglaublich wie gegen Ende alles anfängt Sinn zu ergeben und in sich schlüssig wird. Ich war von dem Buch sehr gefesselt und habe noch ein paar Tage darüber nachdenken müssen. Genau das macht für mich ein gutes Buch aus!

Original Titel: Girl on the Cliff | Verlag: Goldmann | Format: Taschenbuch | Seitenanzahl: 448
ISBN: 978-3-442-47789-0 | Erscheinungsdatum: 15.05.2012

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