Das Schicksal ist ein mieser Verräter – John Green

von Deborah von mirgetreu
Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Klappentext

“Hazel Grace und Augustus lernen sich in einer Selbsthilfegruppe für Krebspatienten kennen. Was hier beginnt, ist eine der ergreifendsten und schönsten Liebesgeschichten der Literatur.” (Quelle: dtv)

Mein Eindruck

„Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, von John Green ist die Geschichte zweier Menschen, die sich nicht gesucht aber dennoch gefunden haben und dadurch lernen, was es heißt zu leben. John Greens Schreibstil nimmt einen nach ein paar Zeilen sofort an die Hand und führt einen sanft an diese sensible Geschichte heran. Das Lesen fühlt sich durch kleine, eingeklammerte Bemerkungen an, als würde man in einem persönlichen Tagebuch lesen. Man hat das Gefühl, ganz nah bei Hazel und Gus zu sein und doch die Privilegien eines Betrachters und Außenstehenden zu genießen. Meine Ängste, dass dies ein zutiefst dramatisches Buch werden würde, lösten sich jedoch sofort nach den ersten paar Seiten in Luft auf. Es war einfach herrlich eine solch sarkastische und nüchterne Betrachtungsweise einer so tödlichen Krankheit zu lesen. Ich war regelrecht schockiert, wie Hazel mit ihrer Krankheit umging. So sachlich und rational, dass ich mich beim Lesen oftmals fragte, was Hazel bloß zu dieser Ansichtsweise gebracht hatte.

„Ohne Leid würden wir nicht wissen, was Freude ist.“ (S. 43)

Für ein 16-jähriges Mädchen legt Hazel Grace eine beachtliche Reife an den Tag und blickt nach ihrem „Krebswunder“ dem Tod offen entgegen. Obwohl sie seit ihrem 13ten Lebensjahr nicht mehr die Schule besucht, konnte sie trotzdem ihren Abschluss machen und studiert mittlerweile am College. Sie hegt eine große Liebe für die Literatur – besonders „Ein herrschaftliches Leiden“ von Peter van Houten hat es ihr angetan. Dieses Buch spielt in „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ eine zentrale Rolle. Da das Ende des Buches offen gelassen wird, ist es ihr größter Wunsch zu erfahren, wie es den Figuren nach dem Ende des Buches ergeht. Meiner Ansicht nach reflektiert Hazel viele Teile aus dem Buch auf ihr eigenes Leben und stellt sich somit die Frage nach dem Ende des Buches, um diese auch auf ihr Leben beziehen zu können. Der 17-jährige Augustus, der Hazel bevorzugt bei ihren beiden Namen „Hazel Grace“ nennt, hat eine Form von Knochenkrebs, weswegen ihm ein Bein amputiert werden musste. Doch dies scheint seine Lebensfreude nicht im Geringsten zu mindern. Er und Hazel befinden sich schnell auf einer Ebene, die nicht nur die Familien der Beiden oftmals den Kopf schütteln lässt. Als Leserin hat es mich wirklich gefreut, dass Hazel einen wahren Freund gefunden hat, bei dem sie sich keine Gedanken um ihre Krankheit machen musste.

„Ich spürte eine körperliche Hoheit, die ich kaum beschreiben kann, außer mit dem Gefühl als Kind, als ich immer mit einem schweren Rucksack voll mit meinen Lieblingsbüchern rumgelaufen war, und wenn ich lange genug mit dem Rucksack unterwegs war und ihn abnham, hatte ich das Gefühl, ich würde schweben.“ (S. 152)

Was mich an diesem Buch gestört hat, war dass ich nie das Gefühl hatte, wirklich unbedingt wissen zu wollen, wie das Buch endet. Ich hätte es problemlos beiseitelegen können und zu einem späteren Zeitpunkt einfach darin weiterlesen. Für mich wirkten viele Szenen zu übertrieben, zu vorhersehbar, zu gestellt. Gus ist zwar ein netter Typ, wird aber vom Autor total verschieden dargestellt. Anfangs wirkte er für mich etwas oberflächlich und schien nicht der Hellste zu sein. Später wandelte er dann auf einer intellektuellen Ebene wie Hazel. Wie kann das sein? War Hazels Einfluss auf Gus dermaßen ergiebig? Bis auf diese kleinen Kritikpunkte hat mich das Buch wirklich überzeugt. Es vergingen ab der Mitte des Buches keine drei Seiten, auf denen ich nicht mindestens einmal das Taschentuch zücken musste.

Fazit

Die Geschichte einer Freundschaft und Liebe, die einem klar macht, wie schön das Leben, mit den richtigen Personen an seiner Seite, selbst in aussichtslosen Situationen, sein kann. Durch Hazels einzigartige Betrachtungsweise, erhält man einen ganz neuen Blickwinkel auf dieses Thema. Vor dem Lesen nicht vergessen, die Taschentücher bereitzulegen!

Original Titel: The Fault In Our Stars | Verlag: dtv | Übersetzerin: Sophie Zeitz | Format: Softcover
Seitenanzahl: 336 | ISBN: 978-3423625838 | Erscheinungsdatum: 07.2012

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