Das Seehaus – Kate Morton

von Deborah von mirgetreu
Das Seehaus

Klappentext

„Cornwall 1933: Die sechzehnjährige Alice Edevane fiebert dem Höhepunkt des Jahres entgegen, dem prachtvollen Mittsommernachtsfest auf dem herrschaftlichen Landgut ihrer Familie. Noch ahnt niemand, dass sich in dieser Nacht etwas Schreckliches ereignen wird. Ein Unglück, das so groß ist, dass die Familie das Anwesen für immer verlässt. Siebzig Jahre später stößt Sadie auf das verfallene Haus an einem See. Sie geht den Spuren des Jungen nach, der in jener Nacht verschwunden sein soll. Die Suche nach Antworten führt Sadie tief in die Vergangenheit der Familie Edevane, zu einer verbotenen Liebe und tiefer Schuld …“ (Quelle: Diana Verlag)

Mein Eindruck

Nach einem scheinbar friedlichen Sommerfest im Jahre 1933 ist nichts mehr so, wie es einmal war. Ein kleiner Junge verschwindet spurlos vom Familienanwesen der Edevanes, seine Leiche wird nie gefunden. Nur die 16-jährige Schwester Alice hat einen schrecklichen Verdacht, den sie ihr ganzes Leben mit sich trägt. Bis knapp 70 Jahre später die junge Polizistin Sadie auf diesen Fall aufmerksam wird und er sie nicht mehr loszulassen scheint. Eine Reise auf der Suche nach der Wahrheit beginnt und ändert das Leben aller Beteiligten für immer.

Das Seehaus

„Das Seehaus“ von Kate Morton ist das neuste Buch der bekannten australischen Autorin, die mich schon so einige Mal in ihre düsteren, spannenden und eindrucksvollen Familiengeschichten eintauchen ließ. Auch mit diesem Buch wird sie sich selber wieder zu 100% gerecht, denn es steht seinen Vorgängern in nichts nach und ließ mich Seite um Seite gespannt mit den Charakteren des Buchs mitfiebern, bangen und rätseln, was hinter dem großen Familiengeheimnis der Edevanes steckt. Dabei beginnt das Buch relativ friedlich und ruhig. Schon fast zu ruhig für meinen Geschmack, denn ich brauchte erst ein wenig, um in das Buch hinein zu finden. Doch sobald die beiden zeitlichen Stränge – einmal 1933 und einmal 2003 zusammenfinden – kommt man schon fast nicht mehr von dem Buch los. Immer weiter verstrickt man sich in die Geschichte und möchte am liebsten selbst dabei sein, wenn Polizistin Sadie das alte, verlassene Haus am See entdeckt und ihr dabei helfen, den verstaubten Zimmern ihre Geheimnisse zu entlocken. Die Charaktere waren mir zwar nicht immer sympathisch, aber ich konnte viele Eigenarten gut nachvollziehen und fand, dass diese dem Charakter jeweils die nötige Tiefe und Glaubwürdigkeit verliehen haben, die es für diesen Roman gebraucht hat. Auch so mancher Nebencharakter glänzte nicht nur durch gutes Aussehen, sondern wurde auch interessant gezeichnet, sodass er sich nicht hinter den Hauptcharakteren verstecken zu brauchte. Auch wenn ich mich normalerweise nicht für historische Romane begeistern kann, die den Ersten oder Zweiten Weltkrieg thematisieren, wurden hier etwas andere Aspekte beleuchtet, die mir eine bisher noch nicht bekannte Sichtweise der psychischen Folgen schilderten.

„So war das Leben. Türen öffneten und schlossen sich, während man blind hindurchstolperte.“ (S. 90)

Maßlos enttäuscht wurde ich nur durch das Ende bzw. die letzten paar Seiten, die mich das Buch erst mal etwas sauer zuschlagen ließen. Normalerweise schreibe ich in meinen Rezensionen eher selten etwas zum Ende. Aber hier muss ich einfach erwähnen, dass das Ende einfach absolut unnötig war und dem Buch meiner Ansicht nach eher geschadet als geholfen hat. Manchmal sollte man sich einfach die erzeugte Authentizität bewahren und nicht das Schicksal herausfordern! Schade, denn das war einfach unnötig.

Fazit

„Das Seehaus“ ist ein Roman ganz nach meinem Geschmack. Eine alte, geheimnisvolle und spannende Familiengeschichte mit Intrigen und interessanten Wendungen. Als Leser folgt man abwechselnd den Geschehnissen von 1933 und 2003 und erlebt mit, wie sich ein 70 Jahre altes Geheimnis, Missverständnisse und ein aktueller Kriminalfall nach und nach auflösen. Einzig das Ende hat mir persönlich nicht gefallen und dem Buch einiges an Glaubwürdigkeit wieder genommen.

Vielen Dank an den Diana Verlag für die Bereitstellung dieses Exemplars!

Originaltitel: The Lake House | Übersetzer: Charlotte Breuer & Norbert Möllemann | Verlag: Diana
Format: Hardcover | Seitenanzahl: 608 | ISBN: 978-3-453-29137-9 | Erscheinungsdatum: 02.2016

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