Die Begabte – Trudi Canavan

von Deborah von mirgetreu
Die Begabte

Klappentext

„Der junge Archäologe Tyen entdeckt ein magisches Buch, in dem seit vielen Jahrhunderten das Bewusstsein einer Frau gefangen ist: Pergama war einst eine talentierte Buchbinderin, bis ein mächtiger Magier sie mit einem Zauber belegte und dazu verfluchte, für alle Zeit das Wissen der Welt in sich aufzunehmen. Und so weiß Pergama, dass Tyens Heimat und allen, die ihm am Herzen liegen, eine schreckliche Katastrophe droht. Allerdings kann sie Tyen nur helfen, wenn es ihm gelingt, den Fluch des Buches zu brechen. Und tatsächlich hat Tyen keinen dringlicheren Wunsch, als Pergama zu befreien – der längst seine Liebe gehört.“ (Quelle: Penhaligon)

Mein Eindruck

Trudi Canavan war mir bisher zwar ein Begriff, doch schreckte mich der hohe Fantasy Anteil in ihrem Romanen immer ab. Nachdem ich jedoch so viele gute Rezensionen über „Die Begabte“ gelesen hatte, gab ich mir einen Ruck und versuchte mich an dieser neuen Reihe rund um die Magie der tausend Welten. Nach den ersten 50 Seiten schienen sich meine Befürchtungen zu bewahrheiten und ich musste mich wirklich zusammenreißen weiter zu lesen. Ich wollte dieses Buch noch nicht so schnell aufgeben, da mich der Klappentext so neugierig auf die Geschichte gemacht hatte. Es war nicht so, dass der Schreibstil mich nicht eingenommen hätte oder ich von den vielen verschiedenen Begriffen und Namen dieser fremden Welt, verwirrt gewesen wäre. Nein – für mich wurde schlicht und ergreifend nicht klar, in welche Richtung mich diese Geschichte führen wird. Bis meine Neugier geweckt wurde, verstrichen einfach zu viele Seiten, die mir ein negatives Bild von diesem Buch vermittelten. Dieses Urteil wurde dann jedoch zum Glück revidiert, sodass ich richtig in die beiden, scheinbar unabhängigen Geschichtsstränge einsteigen konnte.

„Wenn sie Gefühle nicht empfinden konnte, dann hatte sie nicht nur die Fähigkeit verloren, Furcht oder Abscheu zu fühlen, sondern auch Liebe und Hoffnung.“ (S.50)

Erzählt wird abwechselnd aus zwei Perspektiven, die – auch jetzt, nachdem ich den ersten Band gelesen habe – keinerlei Gemeinsamkeit oder Bezug zu einander haben bis auf die Magie, die in beiden Welten existiert. Es startet mit Tyens Geschichte, die davon erzählt wie der junge Geschichts- und Magiestudent während einer Ausgrabung auf ein scheinbar wertloses Buch stößt. Als er es öffnet, erkennt er bald, dass dieses Buch kein gewöhnliches ist. Es ist ein magisches Buch namens Pergama, welches früher eine Frau war und nun mit ihm kommuniziert. Tyen beschließt diese Entdeckung für sich zu behalten und der Akademie, auf dessen Auftrag er auf der Expedition ist, nichts davon zu erzählen. Bald entwickelt sich Pergama, die die Geheimnisse großer Zauberer beinhaltet, zu seiner Beraterin und Freundin, die es vor den machthungrigen Professoren der Akademie zu beschützen gilt. Es beginnt ein Versteckspiel, das einen quer durch Tyens Welt führt.

Die zweite Perspektive erzählt die Geschichte Rielles. Sie lebt in einer anderen Welt als Tyen und in ihrer Welt ist es strengstens verboten Magie zu verwenden, die nur Priestern vorbehalten ist. Das Benutzen von Magie hinterlässt eine Schwärze, die nur Menschen sehen können, die potenzielle Zauberer sind. Rielle ist eine davon und versucht diese Besonderheit so gut wie möglich vor allen zu verstecken, da ihr sonst Schande und Gefängnis droht. Als Färberstochter soll sie eine möglichst gute Partie machen, um in eine reiche und angesehene Familie einzuheiraten. Als sie eines Tages von einem flüchtigen „Befleckten“ gekidnappt wird, also jemanden der kein Priester ist und trotzdem Magie verwendet hat, wird sie in letzter Minute von Priestern gerettet und von dem gut aussehenden Künstler Izare, der in der Nähe war, nach Hause geleitet. Obwohl er als Künstler unter ihrem Stand ist, fühlt sie sich zu ihm hingezogen und gerät immer mehr in Versuchung. Rielles Geschichte sagte mir um einiges mehr zu und ich war jedes Mal traurig, wenn wieder Tyens Storyline einsetzte. Auch wenn beide Perspektiven gleichermaßen spannend waren, hatte Rielle meine Sympathie relativ schnell für sich beansprucht.

Fazit

Ein Fantasyschmöcker bei dem sich Geduld wirklich lohnt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte mich Trudi Canavan doch noch von sich überzeugen und lässt mich nun sehnsüchtig auf den nächsten Band warten. Mich interessiert vor allem, wie die beiden Geschichtsstränge zusammenhängen, wobei ich da die eine oder andere Vermutung habe, die sich aber wohl doch als falsch herausstellen wird. Ich bin sehr gespannt!

Vielen Dank an den Penhaligon Verlag für die Bereitsstellung dieses Exemplars!

Original Titel: Millenium’s Rule 01:. Thief’s Magic | Verlag: Penhaligon | Format: Hardcover | Seitenanzahl: 672 | ISBN: 978-3-7645-3105-8 | Erscheinungsdatum: 11.2014

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