Die Beschenkte – Kristin Cashore

von Deborah von mirgetreu

Klappentext

„Lady Katsa wird überall gefürchtet, denn sie hat die Gabe des Tötens. Doch sie ist es leid, ständig als Racheengel eingesetzt zu werden – und als sie dem geheimnisvollen Prinzen von Lienid begegnet, schöpft sie Hoffnung, mit ihrer Gabe auch Gutes bewirken zu können. Der Prinz fasziniert Lady Katsa. Außerdem scheint er genau wie sie ein Beschenkter zu sein. Schon bald verbünden sich die beiden, um gemeinsam in den Kampf zu ziehen und nicht nur das …“ (Quelle: Carlsen)

Mein Eindruck

Katsa ist eine Beschenkte. Was das bedeutet, muss sie an eigenem Leibe erfahren, denn in den Middluns, einem der sieben Königreiche, sind Beschenkte – sofern ihre Gabe dem König nutzt – wie sein Eigentum und stehen zu seiner freien Verfügung. Katsas Begabung ist die des Tötens. Dass sie die Nichte des Königs ist, spielt jedoch keine Rolle, denn sie wird schon als junges Mädchen zur Kampfmaschine ausgebildet und ist später dafür verantwortlich im Namen des Königs Menschen zu bestrafen, zu quälen oder gar zu töten. Beschenkte erkennt man vor allem an ihren zwei unterschiedlichen Augenfarben und so staunt Katsa nicht schlecht, als sie auf einer Mission einem mysteriösen Mann mit zwei verschiedenen Augenfarben begegnet, der ihr so schnell nicht mehr aus dem Kopf geht. Doch bald muss sie sich entscheiden. Wird sie weiter die skrupellosen Befehle des Königs – ihres Onkels – ausführen, oder ihr Leben nach ihren Vorstellungen leben?

„Die Beschenkte“ von Kristin Cashore ist der erste Band einer Trilogie, jedoch scheinen die übrigen Bände nicht im direkten Zusammenhang mit dem ersten Band zu stehen. Das Buch wurde mir von vielen Bloggern empfohlen, weswegen ich mir direkt die ganze Reihe gekauft habe – doch leider wurde daraus eine ziemliche Enttäuschung. Zwar lässt sich das Buch flüssig lesen, die vielen Namen, Königreiche und Länder haben mich aber total verwirrt. Nach den ersten 50 Seiten wusste ich kaum noch wie was miteinander zusammenhängt. Zu Beginn des Buches findet man eine tolle Karte, die es einem, sobald man mal die Struktur verstanden hat, erleichtert nachzuvollziehen, wo sich die Protagonisten gerade befinden. Sollte man allerdings wie ich schon an den unterschiedlichen Königreichen und den zugehörigen Königen scheitern, fördert das nicht gerade das Leseerlebnis. Dieser Umstand ist es, der mich die Geschichte als etwas anstrengend und schwierig empfinden lies.

„Es war doch absurd, dass in allen sieben Königreichen die schwächsten und verletztlichsten Menschen – Mädchen und Frauen – keinen Unterricht in Kampftechniken hatten, während die starken zu Meistern dieses Fachs ausgebildet wurden!“ (S. 418)

Kurz nach der Hälfte überlegte ich mir sogar wirklich das Buch abzubrechen, weil es mich einfach nicht packen konnte. Katsa war mir mehr als unsympathisch, obgleich sie mal eine etwas andere Art Protagonistin ist. Stark, selbstbewusst und irgendwie auch ein wenig männlich. Trotzdem waren mir ihre Entscheidungen und Ansichten nicht immer einleuchtend. Zu schnell hatte ich das Gefühl, dass da „nichts“ mehr kommt, dass der interessante Teil der Geschichte schon in den ersten 150 Seiten passiert ist. Mein Durchhaltevermögen hat mich dann doch noch belohnt: das letzte Drittel war dann doch ganz nach meinem Geschmack: rasant, interessant und obwohl das Ende doch sehr vorhersehbar war, ein wahrer Pageturner. Warum konnte es nicht die ganze Zeit so sein? Wirklich schade, denn momentan muss ich mir wirklich schwer überlegen, ob ich die Reihe wirklich fortsetzen möchte, oder doch lieber wieder verkaufe. Ob es noch besser wird?

Fazit

Vielleicht hatte ich einfach zu hohe Erwartungen, aber „Die Beschenkte“ konnte mich nicht mitreißen. Es gab meiner Meinung nach viel Potenzial, das irgendwie nicht richtig ausgenutzt und zu schnell abgetan und vergessen wurde. Glücklicherweise hat mich das letzte Drittel voll und ganz von sich überzeugen können, sodass es die Bewertung doch noch retten konnte. Ob ich die restlichen Teile noch lesen werde, wage ich zu bezweifeln. Zumindest ist es das erste Mal, dass ich die verbleibenden Bände nicht sofort nach dem Beenden des ersten Teils lesen werde…

Original Titel: Graceling | Verlag:  Carlsen | Übersetzer: Irmela Brender | Format: Hardcover | Seitenanzahl: 496
ISBN: 978-3551582102 | Erscheinungsdatum: 08.2009

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