Die Diamantkrieger-Saga – Bettina Belitz

von Deborah von mirgetreu

Klappentext

„Die 17-jährige Sara hat ihre Seele an die Hydra verkauft – jene düstere Unterwelt, für die sie als Meisterdiebin arbeitet und wertvollen Diamantschmuck aus den Villen der Reichen stiehlt. Was mit den Diamanten geschieht, interessiert Sara nicht – bis der mysteriöse Damir in den Katakomben der Unterwelt auftaucht. Die beinah magische Anziehungskraft zwischen den beiden weckt in Sara übermenschliche Fähigkeiten, von denen sie bisher nichts ahnte. Die Fähigkeiten einer Diamantkriegerin. Ein gefährlicher Wandlungsprozess setzt ein, an dessen Ende Sara sich entscheiden muss, auf welcher Seite sie steht: auf der des Lichts oder des Schattens.“ (Quelle: cbt)

Mein Eindruck

Sara steigt Nacht für Nacht in teure Villen ein und macht sich auf die Suche nach wertvollen Diamanten. Wobei Suche hier das falsche Wort ist, denn Sara hat die Gabe Diamanten zu spüren. So wirklich erklären kann sie sich diese Gabe zwar nicht, dennoch hilft ihr dieser nächtliche Job dabei, die Pflege ihrer kranken Großmutter zu bezahlen, während sie tagsüber (manchmal) zur Schule geht. Und auch, wenn sie dadurch ständig in die sogenannte Unterwelt abtauchen muss, in der Drogenbosse und Zuhälter ihre dreckigen Geschäfte treiben, erfüllt es sie, die Reinheit der Diamanten nach einem erfolgreichen Job auf ihrer Haut zu spüren. Nur dann ist es ihr möglich, ihr einsames Leben an der Oberfläche vergessen zu können. Als sie eines Abends bemerkt, dass sie von einem Schatten verfolgt wird und sich dieser zu erkennen gibt, spürt Sara, dass sich nun einiges ändern wird…

Die Diamantkrieger-Saga – Damirs Schwur ist der erste Band einer neuen Trilogie von Bettina Belitz, welcher mich als großer Fan ihrer Splitterherztrilogie schon seit der ersten Ankündigung mit geballter Vorfreude warten ließ. Das Cover und der Klappentext versprachen ein Abenteuer der etwas anderen Art, eine starke Protagonistin und eine Reise ins Ungewisse. Auch der Einstieg in die Geschichte fiel mir relativ leicht und schon nach den ersten Seiten hatte ich wieder dieses Gefühl ein Buch in der Hand zu halten, das sich vertraut und wie ein alter Bekannter anfühlt. Dieses Gefühl kenne ich in dieser Form nur von den Büchern von Frau Belitz. Ich konnte mich ganz der Protagonistin Sara hingeben und mich von ihr in ihre Welt führen lassen. Im ersten Moment konnte ich mir schwer vorstellen, was Diamantkrieger sind und überlegte mir die interessantesten Thesen, was wohl dahinterstecken könnte. Ich musste feststellen, dass meine Fantasie die Geschichte in eine ganz andere Umgebung verlagert hatte und mich erst daran gewöhnen, dass der Fantasieanteil den der Klappentext vermuten ließ, wohl doch nicht so ausgeprägt war, wie erwartet. Protagonistin Sara ist alles andere als eine Frohnatur, die damit hadert, dass es das Schicksal wohl nicht sehr gut mit ihr gemeint hat. Bei der Umgebung in der Sara lebt, ist dies auch kein Wunder. Die Stadt, in der die Geschichte spielt, wirkte wie ein dunkles Ghetto, das von Drogen, Gewalt und Krankheit beherrscht wird. Die Hassliebe zu dieser Person ließ mich in manchen Situationen vor lauter Mitleid und Rührung fast in Tränen ausbrechen, in anderen nur den Kopf schütteln.

„Wir hatten unser Leben miteinander verbracht, aber wir hatten nichts miteinander zu tun. Alles, was je geschehen war, hatten wir nebeneinander getan, in zwei verschiedenen Welten, und diese beiden Welten hatten sich stets im Krieg befunden.“ (S. 42)

Als unglaublich spannend und erfrischend empfand ich, dass bis kurz vor dem Ende nicht wirklich klar ist, was da eigentlich mit Sara passiert. Als Leser weiß man stets nur genauso viel wie sie und denkt sich nicht, wie in vielen anderen Jugendbüchern nach 100 Seiten schon, wann der Charakter endlich erkennt, was da gerade mit ihm passiert. Dadurch fieberte ich jeder noch so kleinen, wichtigen Information entgegen, malte mir die wildesten Szenarien aus und wurde am Ende zwar im ersten Moment etwas enttäuscht, aber nur bis ich die neuen, dadurch eröffneten Möglichkeiten abwägen konnte. Dennoch wird nie zu viel verraten – so fragte ich mich doch erst mal einige Zeit, wer denn überhaupt dieser Damir sei und was es wohl mit seinem Schwur auf sich hat.

Fazit

Eine tiefgründige Geschichte, die mich mit ihrer Andersartigkeit aus der Reserve lockte. Kein 0815-Jugendbuch, das nur die Geschichte einer starken Heldin erzählt, sondern, wie eine einsame junge selbstbewusste Frau erst einmal in die ihr zugedachte Rolle hineinwachsen muss. Es wird nicht von Anfang an klar, in welche Richtung das Buch geht, was mir wirklich imponiert hat. Die vielen Facetten dieses Buches machen es zu einem gelungenen Auftakt und wecken große Erwartungen an den zweiten Band!

Vielen Dank an cbt für die Bereitsstellung dieses Exemplars!

Original Titel: Die Diamantkrieger-Saga, Damirs Schwur | Verlag: cbt | Format: Hardcover | Seitenanzahl: 448
ISBN: 978-3-570-16417-4 | Erscheinungsdatum: 02.2016

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