Die sieben Schwestern – Lucinda Riley

von Deborah von mirgetreu
Die sieben Schwestern

Klappentext

“Maia ist die älteste von sechs Schwestern, die alle von ihrem Vater adoptiert wurden, als sie sehr klein waren. Sie lebt als Einzige noch auf dem herrschaftlichen Anwesen ihres Vaters am Genfer See, denn anders als ihre Schwestern, die es drängte, draußen in der Welt ein ganz neues Leben als Erwachsene zu beginnen, fand die eher schüchterne Maia nicht den Mut, ihre vertraute Umgebung zu verlassen. Doch das ändert sich, als ihr Vater überraschend stirbt und ihr einen Umschlag hinterlässt – und sie plötzlich den Schlüssel zu ihrer bisher unbekannten Vorgeschichte in Händen hält: Sie wurde in Rio de Janeiro in einer alten Villa geboren, deren Adresse noch heute existiert. Maia fasst den Entschluss, nach Rio zu fliegen, und an der Seite von Floriano Quintelas, eines befreundeten Schriftstellers, beginnt sie, das Rätsel ihrer Herkunft zu ergründen. Dabei stößt sie auf eine tragische Liebesgeschichte in der Vergangenheit ihrer Familie, und sie taucht ein in das mondäne Paris der Jahrhundertwende, wo einst eine schöne junge Frau aus Rio einem französischen Bildhauer begegnete. Und erst jetzt fängt Maia an zu begreifen, wer sie wirklich ist und was dies für ihr weiteres Leben bedeutet …” (Quelle: Goldmann Verlag)

Mein Eindruck

Nachdem ich erst letzten Monat „Der Lavendelgarten“ von Lucinda Riley gelesen und geliebt habe, war ich auf ihr neustes Werk natürlich umso mehr gespannt. „Die sieben Schwestern“ ist der erste Band einer Reihe, die die Geschichte Maias, der ältesten von insgesamt sechs Schwestern erzählt. Jetzt fragt man sich bestimmt, warum im Titel die Rede von sieben Schwestern ist, es aber insgesamt nur sechs gibt. Dies ist eines der vielen Rätsel und Geheimnisse zu deren Entdeckung uns Lucinda Riley durch fremde Zeiten und Länder schickt. Auch bei ihrem neusten Roman fiel es mir alles andere als schwer in den Lesefluss zu finden und mich in den detaillierten und authentischen Umgebungsbeschreibungen wie Zuhause zu fühlen. Ob am Genfer See, mitten in Rio beim Samba oder auf einer einsamen Fazenda in der Nähe der brasilianischen Berge. Durch jede Seite fühlte ich mich den Orten sehr verbunden und nahe was mich umso trauriger werden ließ, als dieses Leseerlebnis mit der letzten Seite verebbte.

„Pa hatte uns gern seine goldenen Äpfel genannt, reif und rund, die nur darauf warteten, gepflückt zu werden. Doch nun hatte jemand den Ast geschüttelt, und wir waren alle auf den Boden gefallen, ohne dass jemand uns aufgefangen hätte.“ (S.36)

Auch in diesem Roman wird wieder aus mehreren Perspektiven erzählt, hauptsächlich jedoch von Maia, der Protagonistin in der Gegenwart und ihrer Urgroßmutter Izabela, die in Brasilien um 1928 lebt. Anfangs ist es wirklich mehr als verwirrend. Innerhalb kürzester Zeit werden einem viele Charaktere, inklusive deren Spitznamen vorgestellt, die man dann auch noch auseinanderhalten muss. Abhilfe schafft dort zum Glück eine kleine Auflistung zu Beginn des Buches, um zu verstehen und um immer wieder nachzuschauen, welche Schwester jetzt welche ist. Was allerdings fehlt und mich als halbe Portugiesin zwar nicht gestört hat, ich mir aber vorstellen kann, dass es manche stört: Es werden ab und an portugiesische Worte verwendet wie Mutter, Vater, Liebling oder ein simples Tschüss auf die nicht wirklich eingegangen wird. Hier wäre eine kurze Erklärung am Anfang oder Ende des Buches bestimmt hilfreich.

„Mademoiselle, ein Leben ohne Liebe ist wie ein Franzose ohne Wein oder ein Mensch ohne Luft zum Atmen.” (S.198)

Obwohl ich die ersten 150 Seiten innerhalb weniger Stunden praktisch verschlungen hatte, brauchte ich insgesamt fast eine ganze Woche für dieses Buch. Schuld daran war der Mittelteil, der sich für mich ungemein zog. Normalerweise liebe ich den Vergangenheitsteil in Rileys Romanen um einiges mehr als die Handlung in der Gegenwart. Hier hat mich jedoch der ganze erste Teil von Izabelas Geschichte gelangweilt, sodass ich das Buch erst mal zur Seite gelegt habe. Nach ein paar Tagen gab ich mir jedoch einen Ruck und siehe da, es wurde wieder richtig spannend und innerhalb einer sehr kurzen Nacht fertig gelesen. Zurück bleiben viele Fragen, die hoffentlich im nächsten Band beantwortet werden, um mir die Augen zu öffnen.

Fazit

Lucinda Riley bleibt ihrer Linie treu und liefert mal wieder eine wunderbare Geschichte zum Träumen und Mitfühlen ab. Tolle Protagonisten, von denen man sich nur ungern verabschiedet und mit Brasilien ein toller, mir noch unbekannter Handlungsort. Ein tolles Zusammenspiel zwischen Gegenwart und Vergangenheit, das voller Eindrücke von der Fremde und dem Unbekannten neugierig macht auf mehr!

Vielen Dank an den Goldmann Verlag für die Bereitsstellung dieses Exemplars!

Original Titel: The Seven Sisters 1 – Maia | Verlag: Goldmann Verlag | Format: Hardcover | Seitenanzahl: 544
ISBN: 978-3-442-31394-5 | Erscheinungsdatum: 03.2015

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