Die Wildrose – Jennifer Donnelly

von Deborah von mirgetreu
Die Wildrose

Klappentext

“Die Herzen von Willa Alden und Seamus Finnegan schlagen für die unbezwingbaren Gipfel der Welt – und füreinander. Doch nach einer schicksalhaften Bergtour am Kilimandscharo ist nichts mehr, wie es war: Willa erleidet einen tragischen Unfall und ist fortan für ihr Leben gezeichnet. Voller Vorwürfe gegenüber Seamus wendet sie sich von ihm ab. Doch auch Seamus trägt eine Wunde davon – die Trennung bricht ihm das Herz. Jahre später kreuzen sich Willas und Seamus’ Wege ein zweites Mal – und ihre Liebe wird auf eine harte Probe gestellt…” (Quelle: Piper)

Mein Eindruck

„Die Wildrose“ bildet den Abschluss der Rosen-Trilogie („Die Teerose“ & „Die Winterrose“). Nachdem der Leser mitfiebern konnte, wie Fiona und Joe (Teerose) als auch Charlie/India (Winterrose) zueinander fanden, sind nun Seamie und Willa mit ihrer Geschichte dran. Zu Anfang des Buches, das 8 Jahre nach „Die Winterrose“ spielt, wird ein kurzer Rückblick auf die vergangenen zwei Bücher gewährt. Sollte der Leser also mit diesem Band der Trilogie beginnen entgeht ihm nichts Relevantes.

Die Handlung erstreckt sich über mehrere Jahre (1914: Beginn des Buches (März), 1918: Mitte (Februar), 1919: Schluss (Dezember)) und Kontinente. England (London und Umgebung), Afrika, Tibet und Arabien bilden interessante Schauplätze die unterschiedlicher nicht sein könnten und gewähren wundervolle Einblicke in die verschiedenen Kulturen und Umstände der damaligen Zeit. Zu fast jedem Kapitel wechseln Ort und Handlung. Es kommt nicht selten vor, dass es in einem Kapitel um die Politik zu Anfang des ersten Weltkrieges geht während das Folgende im Himalaya spielt und von den endlosen Weiten und der Schönheit des Gebirges erzählt um im darauf folgenden Kapitel in die Armengebiete Londons zu wechseln.

“Darauf schloss sie die Tür, und er wusste, er hätte gehen sollen. Aber das tat er nicht. Nicht gleich. Er blieb einen Moment stehen und berührte verwundert die Stelle an seiner Wange, die sie geküsst hatte.” (S.113)

Diese Abwechslung lässt das Erzähltempo des Buchs, das sich am Anfang noch etwas zieht, rasch ansteigen. Für Leser mit unterschiedlichen Interessengebieten, ist dieses Buch sicherlich ein kleines Schätzchen, denn es reist jegliche Genres an, sodass man nach dem Ende des Buches das Gefühl hat, eine ganze Lebensgeschichte gelesen zu haben. Sich abwechselnde verbotene Liebe, Intrigen, Morde und Abenteuer lassen einem beim Lesen kaum Zeit zum Atmen, sodass man begierig auf das nächste Kapitel wartet, in dem der Lieblings Handlungsstrang weitergeführt wird.

Der erste Teil „Die Teerose“ gehört zu meinen Lieblingsbüchern und auch den zweite Band habe ich verschlungen. Die Geschichte von „Die Wildrose“ hingegen, reizte mich von Anfang an nicht. Der kleine Seamie, der in „Die Teerose“ noch als vierjähriges Kind mit dem Verlust seiner Eltern klar kommen musste und in „Die Winterrose“ als siebzehnjähriger zu einer Entdeckungsreise in die Antarktis fuhr ist nun erwachsen geworden und sehnt sich trotz zahlreicher Liebschaften nur nach einer, die er seit acht Jahren nicht mehr gesehen hat – Willa. Da die Liebesgeschichte der Beiden schon in „Die Winterrose“ begann war praktisch das, was ich in den anderen zwei Büchern so spannend fand, nicht mehr vorhanden. Dieses Buch handelte vor allem davon, dass sich zwei alte Liebende verloren haben und um zum Ende des Buches wieder zueinander zu finden.

“Vielleicht hält er sich auch für zu alt für weitere Abenteuer, dachte Seamie. Oder vielleicht reist er genau wie ich durch die Welt, weil er jemanden verloren hat.” (S.72)

Ich begann Seamie, trotz seines liebevollen Charakters, ab einer gewissen Stelle im Buch wegen seiner unmoralischen Taten zu hassen. Auch mit Willa bin ich nie warm geworden, denn sie ist meines Erachtens nach eine wirklich unsympathische Frau. Sie weiß nicht was sie will, oder gar was sie fühlt. Ihre Gedanken haben etwas Schizophrenes und sie schreckt nicht davor zurück sich, ungeachtet der Gefühle anderer Personen, zu nehmen was sie braucht. Somit empfand ich die Stellen in denen sie vorkam als sehr nervend, obwohl ich natürlich wissen wollte wie es weiterging. Max von Brandt wirkte auf mich sehr unnahbar, man wusste nicht ob man ihn mögen oder hassen sollte. Selbst nachdem ich das Buch zu Ende gelesen hatte konnte ich mir immer noch keine Meinung über ihn bilden. Rückblickend muss ich allerdings sagen, dass ich die Stellen mit ihm am spannendsten fand.

Regelrecht genervt war ich von den Kapiteln in denen es um die lokale Politik Londons ging wie z.B. das Frauenwahlrecht. Allerdings ist das fast in jedem Buch, das in dieser Zeit spielt Thema weshalb ich in dieser Hinsicht wahrscheinlich schon sehr gut bedient war. Was mir sehr gefallen hat, war, dass man viel von den ehemaligen Hauptcharakteren der letzten Bücher mitbekommen hat. Es ist einfach schön, auf alte Bekannte zu treffen!

Fazit

Alles in allem, weiß ich noch nicht, ob ich dieses Buch jemals wieder lesen werde. Eventuell wenn ich die anderen zwei nochmal lese um einen Abschluss der Serie zu haben. Ich finde, dass es Jennifer Donnelly trotz dieser vielfältigen Geschichte leider nicht gelungen ist, den dritten Band genauso gut wie seine zwei Vorgänger zu gestalten. Wirklich schade.

Original Titel: The Wild Rose | Verlag: Piper | Übersetzerin: Angelika Felenda | Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 752 | ISBN: 978-3-492-30038-4 | Erscheinungsdatum: 02.05.2012

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