Eine Liebe über dem Meer – Jessica Brockmole

von Deborah von mirgetreu
Eine Liebe über dem Meer

Klappentext

„Isle of Skye, 1912. Eines Tages erhält die schottische Schriftstellerin Elspeth einen Brief aus Amerika. Der Absender, ein junger Mann namens David, bewundert ihre Gedichte. Obwohl ein Ozean zwischen ihnen liegt, ist es der Beginn einer tiefen Liebe. Erst die Wirren des Weltkrieges führen die beiden zusammen, nur um sie unter tragischen Umständen wieder zu trennen. Mehr als zwei Jahrzehnte später stößt Elspeths Tochter Margaret auf Davids Briefe und kommt so der Geschichte dieser schicksalhaften Liebe auf die Spur …“ (Quelle: Diana Verlag)

Mein Eindruck

1912, Isle of Skye – Schottland. Die junge Dichterin Elspeth Dunn erhält eines Tages die erste Fanpost eines Amerikaners namens David Graham. Aus diesem Brief entsteht eine jahrelange Brieffreundschaft, die über das Anvertrauen von Alltagsproblemen und Diskussionen über Schriftsteller zur großen Liebe führt. Doch diese Liebe wird nicht nur dadurch überschattet, dass Elspeth eigentlich verheiratet ist, sondern auch durch den sich ankündigenden ersten Weltkrieg. David beschließt sich der französischen Armee anzuschließen und als Krankenwagenfahrer seinem Land die Ehre zu erweisen. 1940 entdeckt Margaret einige Briefe eines Davids an eine gewisse Sue im Zimmer ihrer Mutter. Doch wer ist dieser Mann und warum besitzt ihre Mutter diese Briefe?

„Niemand missgönnt einem Mann sein Bier nach einem langen Arbeitstag oder die Gelegenheit, die Füße vor dem Kaminfeuer hochzulegen, oder auch nur die Möglichkeit, morgens die Zeitung zu lesen. Wenn eine Mutter hingegen eine Stunde spazieren gehen oder in Ruhe ihren Tee trinken oder (Gott behüte) eine Freundin besuchen möchte, gibt es einen empörten Aufschrei. Mütter müssen immer bei ihren Kindern sein wollen. Sie müssen gänzlich selbstlos sein. Eine gute Mutter würde niemals das letzte Stück Kuchen essen.“ (S.60)

„Eine Liebe über dem Meer“ von Jessica Brockmole ist ein wunderbares Debüt über eine Liebe die nicht nur zwei Kriege überstehen, sondern dabei auch noch einen ganzen Ozean überqueren muss. Der Roman besteht ausschließlich aus Briefen und bietet damit eine tolle Abwechslung gegenüber dem von normalen Romanen bekannten Erzählstil. Da die Handlung gegen Anfang und Mitte des 20. Jhd. spielt, ist die Sprache dementsprechend etwas förmlicher, was dazu beiträgt, sich als Leser in eine Zeit zurückversetzt zu fühlen, in der noch andere Dinge von Wichtigkeit waren. Etikette, Höflichkeit und Zurückhaltung strömen einem aus den Seiten entgegen und führen einen direkt in eine Zeit, die für die Protagonisten alles andere als einfach war. Jeder Brief drückt so viel Gefühl und gewesene Erinnerungen aus, dass man diese persönlichen Briefe am liebsten niemals wieder aus der Hand legen möchte.

„Doch diese Gedichte schreibe ich bei trüben Kerzenlicht, während über mir die Vögel im Stroh nisten. Ich reibe mir die brennenden Augen, wenn ich Deine Briefe zusammengekauert am qualmenden Torffeuer lese. Für meine Nachbarn bin ich nur Elspeth, der komische Vogel, die Frau, die statt mit der Spindel mit einem Buch in der Hand in den Ort geht.“ (S.132)

Elspeth ist eine gebildete Frau, die obwohl sie sich ihrer gesellschaftlichen Rolle als Frau sehr bewusst ist, dennoch eine kleine Rebellin in sich birgt. Sie verfasst Gedichte, hört trotz des Krieges nicht auf zu träumen und glaubt an die wahre Liebe. Obwohl sie alle Risiken kennt, beginnt sie eine tiefgründige und aufrichtige Brieffreundschaft zu ihrem amerikanischen Fan. Sie fühlt sich von den Komplimenten geschmeichelt, da ihr solche bisher von ihrem eigenen Mann verwehrt blieben. David ist von den Gedichten der jungen Schottin begeistert und drückt ihr in einem Fanbrief seine Hochachtung für ihr Werk aus. Als junger Student, der den Naturwissenschaften und der Medizin auf Wunsch seines Vaters nachgehen muss, ist er mehr als unglücklich. Seine wahre Leidenschaft gilt der Literatur und der darstellenden Kunst, die er dank dem Briefaustausch mit Elspeth aufrechterhalten kann. Jahrzehnte später, während des Zweiten Weltkrieges, besucht Margaret ihre Mutter Elspeth die allein in Edinburgh wohnt. Als sie ihrer Mutter von der Verlobung zu ihrem Jugendfreund an der Kriegsfront erzählt, ist diese zur Margarets Unverständnis außer sich und verschwindet spurlos. Die von ihr gefundenen Briefe lassen sie nicht mehr los und sie beginnt in der geheimnisvollen Vergangenheit ihrer Mutter zu forschen

Fazit

Dieses Buch ließ mich eine schlaflose Nacht erleben, da ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Es fühlte sich so an, als würde man in den geheimen, alten Briefen zweier Liebenden lesen und nicht in einem historischen Roman. Durch die authentische Schreibweise erwachten Elspeth und David zum Leben und nahmen mich mit auf die Reise einer Liebe zwischen zwei Seelenverwandten. Unbedingte Leseempfehlung!

Original Titel: Letters from Skye | Verlag: Diana Verlag | Format: Hardcover | Seitenanzahl: 336
ISBN: 978-3453291508 | Erscheinungsdatum: 03.2014

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