Endgame, die Hoffnung – James Frey

von Deborah von mirgetreu
Endgame die Hoffnung

Klappentext

„Zwölf waren auserwählt, aber nur neun haben überlebt. Das gnadenlose Spiel geht weiter. Nachdem Sarah den ersten Schlüssel gefunden hat, ist sie gemeinsam mit Jago nach London geflüchtet. Doch auch dort spitzen sich die Dinge zu – bis zu dem Punkt, an dem Jago den Auftrag erhält, Sarah zu töten. Wie wird er sich entscheiden? Und wollen die beiden wirklich noch weiter Teil eines Spiels sein, das ihre Liebe zerstört? Auch die anderen Spieler müssen sich entscheiden: Spielen sie noch nach den Regeln von Endgame oder nach ihren eigenen? Denn längst glauben nicht mehr alle von ihnen, dass Endgame der richtige Weg ist …“ (Quelle: Endgame)

Meine Meinung

Sarah Alopay, Spielerin der Cahokianer hat den Erdschlüssel gefunden und somit Endgame erst so richtig gestartet. Denn nun befindet sich ein Meteorit auf direktem Weg zur Erde und wird das bisherige Leben der Menschen auslöschen, wenn der zweite Schlüssel – der Himmelsschlüssel – und dann abschließend der Sonnenschlüssel nicht gefunden wird. Denn nur das Geschlecht, das alle Schlüssel findet, wird am Schluss vor der Katastrophe bewahrt werden. Wer gewinnen will, muss sich von allem Wichtigen lossagen. Keine Freundschaft, keine Liebe. Nur erbitterter Kampf gegen alle anderen Geschlechter… oder etwa doch nicht?

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen zweiten Band! Diese Rezension nur lesen, wenn der erste Band bereits gelesen wurde!

Endgame – Die Hoffnung ist nun der zweite Band aus der Endgame Trilogie von James Frey. Das erste Buch hat mich wirklich in einen unausweichlichen Sog gezogen und mich erst nach der letzten Seite gehen lassen, wobei er mir das ganze vergangene Jahr im Kopf geblieben ist. Zu spannend endete Band 1 und ließ mich mit einigen Fragen zurück. Band 2 knüpft nahtlos an die Geschehnisse am Ende des ersten Bandes an, wobei ich mich trotzdem sehr oft nicht mehr an genaue Details erinnern konnte. Wer war das noch mal genau? Wie kommen die noch mal dort hin? Seit wann sind die denn…? So erging es mir die ersten 30-40 Seiten, bevor mich wieder das Endgame-Fieber packte und mich das Buch innerhalb eines Tages verschlingen ließ. In diesem Zwischenband wird vor allem die Frage aufgeworfen, ob man Endgame nicht hätte verhindern können. Ob die tragischen Ereignisse und Tode in Stonehenge umsonst gewesen sind. Sarah muss in diesem Band vor allem mit ihren Schuldgefühlen kämpfen. Dem Wissen, ihren Freund Christopher umgebracht zu haben und nun vielleicht für das Ende der Welt verantwortlich zu sein. Nun, da auch die Menschheit vom Ende der Welt weiß, ist es um einiges schwieriger zu „spielen“. Die Spieler sind nun fast dauerhaft auf Flucht, um Geheimdiensten & Co zu entwischen, die mehr wissen, als sie eigentlich sollten. Auch Shari, die seit dem letzten Band weiß, dass ihre Tochter Alice der Himmelsschlüssel ist, befindet sich im Zwiespalt. Ihre Tochter retten oder dafür sorgen, dass Endgame ein Ende findet?

„Wenn ihr hungrig seid, esst ihr und seid satt, aber diese Sättigung bewirkt nur, dass ihr zukünftig wieder Hunger haben werdet. Wenn ihr friert, macht ihr Feuer, aber das Feuer wird verlöschen, und dann kriecht euch die Kälte in die Glieder. […] Glück, Erfüllung, Zufriedenheit, sie alle sind nur ein schöner, aber dünner Schleier, der das Leiden bedeckt. Darunter wartet – immer – der Schmerz.“ (S.36)

Oftmals merkte ich nach einigen Seiten, dass ich kaum merklich den Atem angehalten hatte. Die Ereignisse überschlugen sich und James Frey machte vor allem eines klar: Endgame ist das Spiel mit dem Tod. Gewöhne dich nicht zu sehr an einen Charakter, denn in der nächsten Zeile könnte er brutal sterben. Diese Unvorhersehbarkeit, die man sonst von Autoren wie George R.R. Martin kennt, macht in Endgame den besonderen Reiz aus. Denn so ist nun mal das Leben. Es unterscheidet nicht zwischen guten und schlechten Menschen, sondern ist hart und manchmal auch ungerecht. Da die Perspektiven zwischen den einzelnen Spielern wechseln, ist man immer wieder in einem anderen Teil der Erde und verfolgt mit, wie die Geheimnisse hinter dem Himmelsschlüssel entschlüsselt werden. Auch erfährt man in diesem Band mehr über die Hintergründe und wie alles zusammenhängt. Das hat mir an manchen Stellen sehr geholfen und viele offene Fragen geklärt. Wie auch im letzten Band sind die Sympathien geteilt und man merkte vor allem wieder eines: Vertraue niemandem!

Fazit

Ein unvorhersehbarer zweiter Band der einen den Atem anhalten lässt. Brutale Szenen wechseln sich mit Action und Spannung ab. Ob eine rasante Verfolgungsjagd rund um den Globus, moralische Bedenken oder Menschlichkeit, die unerwartet zum Vorschein kommt. Dieser Band hat alles, was eine gute Fortsetzung braucht. Abzug gibt es für den etwas anstrengenden Wiedereinstieg und manche etwas zähere Stellen. Für Fans des ersten Bands auf jeden Fall zu empfehlen!

Vielen Dank an den Oetinger Verlag für die Bereitstellung dieses Exemplars!

Original Titel: Endgame – Sky Key | Verlag: Oetinger | Übersetzer: Eva Wandel & Ben Dreyer
Format: Hardcover | Seitenanzahl: 592 | ISBN: 978-3-7891-3524-8 | Erscheinungsdatum: 19.10.2015

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