Endgame – James Frey

von Deborah von mirgetreu
Endgame

Klappentext

„Als zwölf Meteoriten nahezu gleichzeitig an unterschiedlichen Orten der Erde einschlagen, gibt es keinen Zweifel mehr: Die Zeit ist gekommen. ENDGAME hat begonnen! Jeder der Meteoriten überbringt eine Nachricht, die die zwölf Auserwählten entschlüsseln müssen und die sie schließlich an einem geheimnisvollen Ort zusammenführt. Dort stehen sie ihren Gegnern zum ersten Mal gegenüber. Ein Wettkampf auf Leben und Tod beginnt und eine rücksichtslose Jagd um den gesamten Globus. Die Spieler müssen zu allem bereit sein. Wird Arroganz Bescheidenheit schlagen? Klugheit Stärke übertreffen? Wird Gnadenlosigkeit am Ende siegen? Schönheit von Nutzen sein? Muss man ein guter Mensch sein, um zu überleben? ENDGAME wird es zeigen. Aber nur wer die Hinweise richtig deutet und die drei Schlüssel findet, geht als Gewinner hervor. Und nur seine Linie wird überleben, wenn die gesamte Menschheit vernichtet wird.“ (Quelle: Oetinger Verlag)

Mein Eindruck

„Das ist Endgame“. Dieser Satz kommt in „Endgame“ von James Frey in nicht allzu seltener Form vor und weist den Leser in dezenter und nüchterner Weise auf die vollendete Tatsache hin, dass nun das Ende der Welt bevorsteht. Zunächst stellt sich jedoch die Frage, was „Endgame“ überhaupt bedeutet. Im Klartext: 12 Auserwählte im Alter zwischen 13-20, die verstreut auf dem ganzen Planeten auf genau diesen speziellen Tag gewartet haben, um für das Überleben ihres Geschlechts zu kämpfen. Seit Generationen werden sie darauf vorbereitet an Endgame teilzunehmen. Sie haben zahlreiche Prüfungen in den verschiedensten Bereichen absolviert. Sei es grauenvolle Schmerzen zu ertragen oder komplexes Zahlengewirr zu entschlüsseln. Nun ist dieser Tag da und jeder Einzelne muss seinem Schicksal gegenübertreten, denn am Ende kann nur einer die drei Schlüssel finden, Endgame gewinnen und somit sein Geschlecht vor der Katastrophe retten.

„Ich bin glücklich, weil ich es mir erlaube, glücklich zu sein. Ich habe früh gelernt, dass ein aktives Leben uns weiterbringt. Dass Lernen zu Wissen führt. Wer die Augen aufmacht, sieht. Wer seinen Zorn zügelt, findet innere Ruhe.“ (S. 30)

Was nach einem Roman klingt, den es in dieser Weise schon mehrfach gegeben hat, ist definitiv keine billige Kopie. Wer meint, dass es ein nachgemachtes Tribute von Panem ist, der hat dieses Buch nicht gelesen. Dieses Buch ist in seiner Art um einiges komplexer aufgebaut und verstrickt antike, mystische Schauplätze wie Stonehenge, Göbleki Tepe und das Mausoleum der chinesischen Terrakotta-Armee mit einer Geschichte von 12 Jugendlichen, die um das Überleben ihres Geschlechts kämpfen. Der Roman wird von den verschiedenen Auserwählten erzählt, und obwohl es keinen festen Protagonisten gibt, kristallisiert sich nach den ersten Kapiteln deutlich heraus, wer in diesem Roman eine größere Rolle spielt. Die Charaktere unterscheiden sich deutlich voneinander und so finden sich schnell Favoriten, aber auch Charaktere, denen man einen schnellen Abgang wünscht. Obwohl das Schicksal des „Spielers“ für die meisten seit ihrer Geburt zu ihrem Leben gehört, stört es die wenigsten, dass sie in absehbarer Zeit ihr Leben verlieren könnten. Im Gegenteil, sie freuen sich auf dieses Ereignis und können es kaum erwarten ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Eine der Hauptfiguren in diesem Roman ist die junge Amerikanerin Sarah Alopay. Sie ist die Einzige, deren Training für Endgame erst vor vier Jahren begann. Ihr großer Bruder war der eigentliche Spieler der Familie und musste wegen einem Unfall zurücktreten. Nun versucht Sarah, die für das Spiel ihren Freund Christoph verlassen musste, Endgame für sich zu entscheiden und somit das cahokianische Geschlecht vor dem Weltuntergang zu retten. Der Peruaner Jago Tlaloc stammt aus dem olmekischen Geschlecht fühlt sich trotz der Tatsache, dass Endgamespieler Einzelkämpfer sind, zu Sarah hingezogen. Bald stellt sich die Frage, ob es wirklich nur einer schaffen kann die drei verschiedenen Schlüssel zu finden und somit sein Geschlecht vor dem Untergang zu retten.

„Sehr wichtige Dinge versteckt man so, dass alle sie sehen können.“ (S. 226)

Noch nie habe ich eine Lovelybooks Leserunde erlebt, in der die Meinungen zu einem Buch so auseinandergingen wie bei „Endgame“. Viele können den Hype um das Buch nicht verstehen und andere, mich eingeschlossen, finden dieses Buch wirklich grandios. Hätte ich das Buch nicht sofort, nachdem ich es zu Ende gelesen hatte, meinem Freund in die Hand gedrückt, hätte ich es wahrscheinlich nochmals gelesen. Das Buch ist natürlich kein seichter Jugendroman, sondern geht an manchen Stellen wirklich zur Sache. Wenn ein Jugendbuch ab 16 Jahren empfohlen ist, sollte jedem bewusst sein, dass dies kein lustiger „Friede Freude Eierkuchen“ Roman ist, sondern auch Blut und Gewalt enthalten kann (bei Filmen ab 16 verhält es sich im Übrigen ebenfalls so…). Ein weiterer Punkt, der ständig angekreidet wurde, waren die vielen Rätsel, Zahlencodes und verschlüsselten Bilder, die überall im Buch verteilt waren. Ich gebe zu, dass ich mich anfangs noch an den Rätseln versucht, aber irgendwann aufgegeben habe. Dies hat mein Leseerlebnis dennoch in keinster Weise gemindert! Im Gegenteil. Diese mysteriösen Zahlenfolgen hier und da ließen mich noch viel tiefer in die verstrickte Welt von Endgame eintauchen. Wer ein Rätsel mit einem Preis von 500.000 $ in Gold prämiert, macht sicher keine Rätsel die jedermann lösen könnte.

Fazit

Ein rasantes und spannendes Leseabenteuer, dessen Fortsetzung leider erst im Oktober 2015 erscheint. Wird definitiv nicht nur einmal von mir gelesen werden! Aufgrund der vielen verschiedenen Meinungen empfiehlt es sich jedoch zuallererst in die Leseprobe hineinzuschnuppern.

Original Titel: Endgame | Verlag: Oetinger | Übersetzer: Felix Darwin | Format: Hardcover | Seitenanzahl: 592
ISBN: 978-3-7891-3522-4 | Erscheinungsdatum: 10.2014

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