Ewiglich die Sehnsucht – Brodi Ashton

von Deborah von mirgetreu
Ewiglich

Klappentext

„Jack ist Nikkis große Liebe. Eine Liebe, die sie durch die Finsternis der Unterwelt getragen hat. Endlich, nach hundert Jahren der Sehnsucht, kehrt Nikki zurück. Doch ihr bleibt nur ein halbes Jahr … Ihre Freunde und ihr Vater glauben, dass sie einfach abgehauen war, doch in Wirklichkeit hat der Rockmusiker Cole sie mit in die Unterwelt genommen. Cole ist ein Unsterblicher, der sich von den Gefühlen der Menschen ernährt. Nur Nikkis Liebe zu Jack hat sie davor bewahrt zu sterben und ihr ermöglicht, auf die Erde zurückzukehren. Cole, mit dem sie ein seltsam enges Band verbindet, bedrängt sie, mit ihm gemeinsam in der Unterwelt zu herrschen. Doch Jack, der Nikki niemals wieder verlieren möchte, riskiert alles für sie …“ (Quelle: Oetinger Verlag)

Mein Eindruck

Die 17-jährige Nikki erwacht, wie nach einem 100-jährigen Schlaf, in den Armen eines Mannes: Cole. Nach und nach erinnert sie sich, dass sie in ihrer Verzweiflung mit einem Ewiglichen in die Tiefen der Unterwelt gegangen ist. Einem Wesen, das sich von der Energie eines Spenders ernährt und ihm so langsam das Leben aussaugt. Doch Nikki schafft es zu fliehen und sich eine Zeitspanne von einem halben Jahr bei ihren Liebsten zu sichern. Denn dort gibt es eine Person, die Nikki die Zeit hat überstehen lassen. Ein Gesicht, das in ihren Träumen immer und immer wieder aufgetaucht ist und ihr die Kraft gegeben hat durchzuhalten. Doch ihre Zeit läuft ab.

Ewiglich

„Ewiglich – die Sehnsucht“ ist der erste Band eine Trilogie von Brodi Ashton. Man wird als Leser praktisch nichts ahnend ins Geschehen geworfen, was besonders am Anfang zu Verwirrung führt. Nicht nur einmal klappte ich das Buch wieder zu und schaute noch mal auf dem Klappentext nach, ob ich auch wirklich den ersten Band erwischt hatte und nicht wie angenommen, den Zweiten oder Dritten. Nach drei erneuten Versuchen, den Anfang auch nur ansatzweise zu verstehen, fand ich dann doch den versteckten roten Faden und konnte der Geschichte langsam folgen. So ganz wird man aber trotzdem nicht aufgeklärt und es dauert meiner Meinung nach etwas zu lange, um alle Rahmenbedingungen zu verstehen und das Geschehene besser einordnen zu können. Zu komplex ist die Struktur, die dahinter steht. Schließlich muss man erst verstehen, was ein Ewiglicher ist und wie all das mit der griechischen Mythologie zusammenhängt, denn diese ist in diesem Buch einen wichtigen Faktor. Viele der Sagen haben hier einen wahren Kern und spielen eine wichtige Rolle. Allen voran die Sage rund um den Raub der Persephone, die nachdem sie von Hades in die Unterwelt verschleppt, für jeweils einen Teil des Jahres zur Königin der Unterwelt wurde. Die griechische Mythologie fand ich schon immer ganz spannend – in diesem Buch jedoch, wird sie mir zu halbherzig erzählt. Irgendwie fehlt der Funke, der die Faszination aufflammen lässt. Das ist Josephine Angelini mit der „Göttlich“-Reihe besser gelungen.

„Die Zeit stellte seltsame Dinge mit mir an. Manchmal kam mir eine Woche vor wie ein Tag und eine Minute wie eine Ewigkeit. So als würde eine Uhr immer langsamer werden, allmählich an Schwung verlieren, bis man sie schüttelte und – zack! – eine ganze Woche verschwunden ist.“ (S. 173)

Ewiglich

Dennoch ist die Grundidee, daraus eine moderne Neuerzählung zu machen wirklich interessant! Schade nur, dass die Charaktere etwas blass daherkommen. Nikki ist, ganz klischeehaft, wie all die typischen Highschoolgirls. Da fehlte mir die Besonderheit, der Biss. Die Tatsache, dass ihre Mutter tot und ihr Vater Bürgermeister ist, vermag das nicht zu ändern. Noch langweiliger ist Jack – ihre unglaubliche große Liebe. Natürlich ist er der Quarterback der Schulmannschaft, dessen Gefühle für Nikki allerdings wirklich süß sind. Nichtsdestotrotz hoffte ich mit jeder Seite, dass sie sich für den Bad Boy des Buches entscheidet: Cole. Der mysteriöse und undurchsichtige Gitarrenspieler der Band „The Dead Elvises“ und gleichzeitig ein Ewiglicher, der sich seit Hunderten von Jahren von der Energie der Menschen ernährt und doch gleichzeitig auch menschliche Züge zu haben scheint. Immerhin.

Fazit

Ein Jugendbuch mit einer interessanten Grundidee, die mir meiner Meinung nach nicht das volle Potenzial ausgeschöpft hat. Die Charaktere bleiben mit einer Ausnahme eher blass, auch wenn sich die Geschichte in eine interessante Richtung entwickeln zu scheint. Ich bin gespannt, ob der zweite Band mich mehr von sich überzeugen kann!

Original Titel: Everneath | Verlag: Oetinger | Übersetzer: Klaus Timmermann, Ulrike Wasel | Format: Hardcover Seitenanzahl: 384 | ISBN: 978-3-7891-3040-3 | Erscheinungsdatum: 01.2012

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