Hector und die Geheimnisse der Liebe – Francois Lelord

von Deborah von mirgetreu
Hector und die Gehimnisse der Liebe

Klappentext

„Auf seiner Reise wird der junge Psychiater Hector zum Abenteurer des Herzens. Er spürt einem Professor nach, der das Geheimnis der Liebe entschlüsselt haben will. Dabei entdeckt er, wie kompliziert die Liebe sein kann: Kann man nicht für immer verliebt bleiben? Warum liebt manchmal der eine mehr als der andere? Und Hector entdeckt, dass allein die Liebe – für alle Zeit und wo immer wir leben – die Macht haben wird, unsere tiefsten Sehnsüchte zu stillen.“ (Quelle: Piper Verlag)

Mein Eindruck

Hectors Reise führt ihn dieses Mal ins exotische und wilde Kambodscha, wo er im Auftrag eines Pharmaunternehmens, nach dem verschollenen Professor Cormoran suchen muss. Das Ganze geschieht nicht ohne Grund, denn das Pharmaunternehmen hatte Professor Cormoran damit beauftragt ein Medikament zu entwickeln, das Verliebtheit bei Menschen auslösen kann. Doch Cormoran hat sich eines Tages mit allen Ergebnissen und Testproben in Luft aufgelöst. Da Hector einen guten Draht zum Professor pflegte, macht er sich nun auf die Suche nach ihm und erlebt währenddessen ein Abenteuer, das ihn nicht nur durch Asien reisen, sondern auch alle Arten der Liebe erleben lässt.

„Kleine Blüte Nr. 2: Mit den Menschen, die man am meisten liebt, streitet man sich manchmal am meisten.“ (S.18)

Hectors Abenteuer gehen in eine neue Runde. In diesem zweiten Band „Hector und die Geheimnisse der Liebe“ von Francois Lelord, geht es, wie der Titel schon vermuten lässt, um die Liebe. Dabei spielt es allerdings keine Rolle, ob man den ersten Band „Hectors Reise auf der Suche nach Glück“ gelesen hat. An manchen Stellen versteht man den ein oder anderen Satz oder Andeutung mit Hintergrundwissen zwar etwas besser, was dem Leseerlebnis jedoch keinen Abbruch tut. Lelord schafft es erneut, einen Ratgeber in einen Roman zu verpacken, ohne dass er als solcher erkennbar ist. Darin erzählt er die Geschichte von Hector dem Psychiater, der nach seiner erfolgreichen Suche nach dem Glück nun die Geheimnisse der Liebe ergründen möchte. Dabei stellt er nicht wie im ersten Teil Regeln auf, sondern 27 „Kleine Blüten“, die auf dasselbe hinauslaufen. Auf seiner Reise begegnen ihm nämlich immer wieder Situationen, in denen er merkt, auf was es in der Liebe grundsätzlich ankommt, was wichtig ist, um in einer glücklichen Liebesbeziehung zu sein und wie die verschiedenen Geschlechter Liebe definieren. Er erkennt auf seiner Reise aber nicht nur die positiven Seiten der Liebe, sondern findet auch die fünf Komponenten des Liebeskummers. Dieser Roman wirkt trotz der Erkenntnisse nicht wie ein langweiliger und gezwungener Ratgeber, sondern wie eine gut geschriebene, lustige Geschichte mit kleinen Tipps am Rande, die einen schmunzeln und eigenständig reflektieren lassen.

„Männer können sich, selbst wenn sie verliebt sind, noch immer für einen Pornofilm interessieren, und daran ist die etwas andere Verkabelung ihres Gehirns schuld. Allerdings reicht diese Erklärung nicht aus, um die Frauen zu beruhigen, und man sollte sich schnell noch eine andere ausdenken.“ (S. 100)

Mit Hector hat Lelord einen sympathischen Protagonisten geschaffen, den man einfach lieb haben muss. Hector ist in seiner Art sowohl einzig- als auch eigenartig und wandelt mit seinen Gedanken auf dem Grat zwischen Langweiler und Genie. Er ist dem weiblichen Geschlecht sehr angetan und weiß um die Vorzüge von Frauen. Dabei interessiert ihn jedoch nicht an erster Stelle das Aussehen oder die Intelligenz, sondern eher die Faszination des Fremden. Dieser Trieb macht dem armen Hector jedoch zu schaffen, der von Natur aus sicherlich alles andere als ein Frauenheld ist und eigentlich in einer mehr oder wenigen glücklichen Beziehung mit seiner langjährigen Freundin Clara steckt. Und so betrifft ihn die Erforschung nach den Ursachen der wahren Liebe und wie man sie im besten Fall für ewig erhält, besonders. Auf seiner Reise durch Asien macht er alle Stadien der Liebe, von Erfülltheit bis zum Zorn, durch. Am Ende kann er nur seinem Psychiaterkollegen Recht geben: „Denn gewiß ist die Liebe kompliziert, heikel und manchmal qualvoll, aber […] sie ist der einzige Moment, in dem unser Traum Wirklichkeit wird.“ (S.219)

Fazit

Ein weiteres tolles Hector Abenteuer, das einen oftmals schmunzeln und nachdenken lässt. Viele kleine Weisheiten stecken hier nicht nur in Hectors 27 aufgestellten „kleinen Blüten“, sondern auch hinter jeder Seite. Leider kommt es nicht ganz an seinen Vorgänger heran, und erhält daher leider eine Wolke Abzug.

Original Titel: Hector sait tout sur l’amour | Verlag: Piper | Format: Hardcover | Seitenanzahl: 240
ISBN: 978-3492047418 | Erscheinungsdatum: 2006

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