Im freien Fall – Jessica Park

von Deborah von mirgetreu
Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte

Klappentext

„Julie kann es nicht fassen: Statt die ersten Tage am College zu genießen, beaufsichtigt sie plötzlich eine 13-Jährige, die keinen Schritt ohne die lebensgroße Pappfigur ihres Bruders Finn unternimmt. Zugegeben, ihres sehr gut aussehenden Bruders Finn. Der befindet sich zwar gerade auf Weltreise, schreibt aber E-Mails, die Julies Knie butterweich werden lassen. Doch wieso zögert er seine Rückkehr immer weiter hinaus? Weshalb stört sich niemand an seinem platt gedrückten Doppelgänger? Und verliebt Julie sich tatsächlich gerade in eine Pappfigur?“ (Quelle: Loewe)

Mein Eindruck

Als die 18-jährige Julie vor einem Burritogeschäft steht, in dem eigentlich ihre über Craiglist gemietete Wohnung sein sollte, steht sie kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Schließlich soll sie bald an der Bostoner Universität studieren und hat nun keine Bleibe mehr. Doch sie hat Glück im Unglück. Ihre Mutter erreicht eine alte Studienfreundin von sich und als diese hört, dass Julie nun praktisch auf der Straße steht, schickt sie ihren Sohn Matt um Julie abzuholen. Als Julie bei ihrer neuen Gastfamilie ankommt, staunt sie nicht schlecht, als am Esstisch eine lebensgroße Pappfigur von Matts verreistem Bruder Finn steht. Matts etwas jüngere Schwester Celeste schleppt „Papp-Finn“ überall mit rum und es dauert nicht lange, bis sich Julie anfängt für den „echten“ Finn zu interessieren. Als er ihre Freundschaftsanfrage auf Facebook bestätigt, beginnt eine Freundschaft zwischen den beiden, die bald viel tiefer wird, als sie es sich je hätten vorstellen können. Doch auch wenn Celeste unter der Trennung von ihrem Bruder sehr zu leiden scheint, reist Finn weiter von einem Land in das nächste und bleibt, zu Julies Ärgernis dem Haus der Familie fern. Was ist bloß los mit dieser Familie, die sie nach so kurzer Zeit schon ins Herz geschlossen hat?

„Ich verstehe nicht, was die Leute an Twitter finden. Es ist unmöglich, einer Unterhaltung zu folgen, und viel zu einfach, stundenlang auf irgendwelche Namen zu klicken. Und schwups ist man süchtig nach Fotos von den Kardashians.“ (S. 43)

„Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte“ von Jessica Park ist nicht nur ein Buch mit einem ausgefallen Titel, es ist auch inhaltlich sehr besonders und mal wieder erfrischend anders. Wer hier eine langweilige Liebesgeschichte erwartet wird schnell vom Gegenteil überzeugt. Jessica Park erzählt sehr sympathisch die Geschichte einer etwas anderen Liebe, die unter besonderen Umständen stattfindet. Und obwohl ich mir den Ausgang schon ziemlich früh denken konnte, war es trotzdem unglaublich spannend, wie die Autorin die Auflösung wohl gestalten würde. Es wurde zu keinem Zeitpunkt langweilig. Im Gegenteil. Facebookstatusupdates von Julie, Finn und Matt als auch Julies Chatverläufe mit Finn lockerten das Buch auf und machten es lebendig. Ich fieberte an verschiedenen Stellen mit Julie mit und konnte ihre Gefühle stets leicht, wenn auch nicht 100%, nachvollziehen, da die Situationen einfach sehr toll beschrieben wurden. Auch der Humor in diesem Buch ist etwas ganz besonderes.

Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte

Die Autorin legt ihren Charakteren unglaublich kluge und komplexe Sätze in den Mund, die man von keinem Jugendbuch erwarten würde und bedient sich dabei nerdigen Klischees, wie sie jeder von uns bestimmt schon einmal erlebt hat. Auch die Charaktere wurden dank der lebendigen Beschreibungen schnell sympathisch und glaubwürdig und werden nicht idealisiert, sondern haben ihre offenen Schwächen, was sie sehr liebenswürdig machten. Besonders Matt war mir super sympathisch, da ich ihn mir einfach toll vorstellen konnte und es sich wieder mal zeigt, dass es nicht immer der super gut aussehende Badboy sein muss. Und wer möchte beim Lesen nicht auch ein bisschen schmachten?

Fazit

Ein Buch, das einen ganz verzaubert zurück lässt. Kein banales Stück Literatur, in dem es nur um das eine geht – sondern super unterhaltsam und klug geschrieben, sodass lesen mal wieder richtig Spaß macht. Interessante Charaktere und ein tolles, wenn auch leicht vorhersehbares Ende.

Original Titel: Flat-out Love | Verlag: Loewe | Übersetzer: Bea Reiter | Format: Hardcover | Seitenanzahl: 364
ISBN: 978-3-7855-7867-4 | Erscheinungsdatum: 07.2014

0 Kommentar
0

Mehr?

Einen Kommentar hinterlassen

* By using this form you agree with the storage and handling of your data by this website.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Seite erklären Sie sich damit einverstanden. Weitere Informationen können Sie der Datenschutzerklärung entnehmen. Ich stimme zu Datenschutzerklärung