Juli 2020 im Rückblick

von Deborah von mirgetreu
Buecher Juli 2020 - 2

Puh – da habe ich ganz schön lange nichts mehr von mir hören lassen. Mir ist einiges „dazwischengekommen“. Klingt ganz schön komisch, wenn einem mal eben so kurz eineinhalb Jahre dazwischenkommen. Aber manchmal ist das Leben so und es passieren gute und auch weniger gute Dinge, die man so nicht erwartet hätte. Dennoch habe ich in den letzten 18 Monaten das Lesen nie aufgegeben. Zwar habe ich nicht so intensiv gelesen, wie ich das noch zu meinen Blogzeiten gemacht habe, aber das ein oder andere Buch konnte ich trotz allem von meinem Regal ungelesener Bücher befreien. Oft habe ich jedoch das Luxusproblem: zu viele Interessen und viel zu wenig Zeit. Somit werde ich immer nur einer Sache so vollends gerecht. Nichtsdestotrotz, habe ich momentan erneut das Bedürfnis, ein wenig über meine Bücher zu sprechen.

Im Juli ging es endlich los…

Der Juli war, alles in allem, ein wirklich guter Monat. In meinem privaten Umfeld hat sich einiges getan. Mein Lebensgefährte und ich planen seit etwas über zwei Jahren unseren Hausbau und diesen Monat ging es endlich los. Mit dem Spatenstich begann Ende Juni die heiße Phase. Im Juli konnte die Bodenplatte gegossen und der Keller gestellt werden. Ganz schön aufregend. Obwohl ich bisher wenig Interesse an Baggern & Co hatte, war es doch jedes Mal aufs Neue spannend und faszinierend wenn mal, einfach so, eine Kellerwand angeflogen kommt.

Ansonsten beschäftige ich mich momentan mit der Schottisch-gälischen Sprache. Ich finde sie einfach wunderschön und es reizt mich besonders, dass sie nur noch so wenig gesprochen wird. Zusätzlich ist sie verglichen mit meiner/meinen Muttersprache/n so anders und erscheint mir momentan noch sehr schwierig. Mal schauen, wie lange ich es durchhalte.

Jahresziel erreicht!

Ich bin eher ein Typ „Sommerleser“. Ich habe schon von vielen Menschen gehört, dass sie im Winter am meisten und liebsten lesen. Schön eingekuschelt mit Tee und gegen den Winterblues ankämpfend. Bei mir werden die meisten Bücher im Sommer inhaliert. Den Winter verbringe ich meist eher mit unzähligen Stunden vor dem PC, um meiner zweiten Leidenschaft – dem Gaming – gerecht zu werden. Im Sommer gibt es für mich nichts Schöneres und Entspannenderes, als auf dem Sofa ein Buch nach dem anderen wegzulesen. COVID-19 hat sein Übriges getan und somit habe ich schon im Juli mein Goodreads-Jahresziel von 30 Büchern erreicht. Auch, wenn ich nicht direkt darauf hinarbeite diese Ziele zu erreichen, ist es trotzdem über die Jahre ein ganz guter Vergleich, wie viel ich gelesen habe.

Gelesen im Juli 2020

1. Herz auf Eis – Isabelle Autissier

Ein dünnes Buch, welches für zwischendurch genau das Richtige war. Dennoch ein sehr intensives Lesevergnügen. Ich konnte die Kälte förmlich spüren und wurde durch die Ereignisse, die so nüchtern erzählt wurden, regelrecht sprachlos. Hat mir gut gefallen und kann ich auch weiterempfehlen.


2. Der Nachtzirkus – Erin Morgenstern

Ein Buch, welches schon lange ungelesen im Regal stand. Damals von einer sehr lieben Bloggerin wärmstens ans Herz gelegt bekommen und nun endlich gelesen. Es war besonders. Eine ganz eigene Magie, manchmal auf auch etwas apart, sodass ich manche Passagen öfters lesen musste, um das ganze Ausmaß des Geschriebenen zu verstehen. Auch jetzt habe ich die Charaktere deutlich vor mir. Zum Ende hin konnte es nicht dann nicht mehr so wirklich überzeugen. Aber alles in allem war es doch lesenswert.


3. Der alte Mann und das Meer – Ernest Hemingway

Ein trauriges Buch. So habe ich es zumindest empfunden. Den ersten Part über hatte ich furchtbares Mitleid mit dem alten Mann, der seiner bisherigen Pechsträhne und Armut zum Trotz, Tag für Tag aufs Meer hinausfährt, um endlich den großen Fang zu machen. Den großen Fang nun in Aussicht, nahm das Buch etwas Fahrt auf und dennoch – mitreißen konnte es mich nicht. Während des Lesens war ich angespannt und wollte eigentlich nur noch, dass er den Fisch endlich mal fängt… naja. Vielleicht konnte es mich auch nicht begeistern, weil ich von Anfang an das Ende kannte. Das Vorwort nimmt nämlich alles vorweg. Danke an dieser Stelle. Nicht.


4. Das Schloss in den Wolken – L.M. Montgomery

Ein Klassiker der Anne-Autorin. Die Art, die Denkweise, die Formulierungen, die Beobachtungen von Natur und Menschen – diese Aspekte tragen für mich viel zum Charme solcher Geschichten bei. Solche Bücher am Ende mit einem wohligen Seufzer zuzuklappen, macht für mich viel Lesegenuss aus. Dieses Buch habe ich abends begonnen und mitten in der Nacht beendet. Manchmal kann man eben einfach nicht aufhören.

Buecher Juli 2020 - 1

5. Monsieur Blake und der Zauber der Liebe – Gilles Legardinier

Was habe ich mich geärgert. Und zwar darüber, dieses Buch so lange nicht gelesen zu haben. Das Buch, welches am längsten ungelesen in meinem Besitz ist bzw. war. So eine herzliche Geschichte. Eigentlich simpel und vielleicht auch etwas vorhersehbar. Das hat mich aber keine Sekunde gestört. Für schöne, gemütliche Abende bestens geeignet. Oder für dann, wenn einem einfach ein wenig warm ums Herz werden soll.


6. Licht über den Klippen – Susanna Kearsley 

Das letzte Buch, welches ich von Susanna Kearsley gelesen habe, hat mich direkt zu einer Reise inspiriert. So auch dieses. Es spielt in Cornwall und wenn ihr nicht wisst, wie es dort aussieht, dann schaut unbedingt mal mit der Suchmaschine eures Vertrauens nach. Auch dieses Buch stand wirklich lange ungelesen im Regal. Da ich mir irgendwann zur Gewohnheit gemacht hatte, nicht mehr die Klappentexte von gekauften Büchern zu lesen, war ich umso überraschter, dass dieses Buch Zeitreisen thematisierte. Das war damals wohl auch mein Kaufgrund – ich liebe diese Thematik einfach. Auch hier wieder nichts Hochtrabendes. Aber es hat mir sehr gut gefallen und mir meinen Abend versüßt.


7. Der Gesang der Flusskrebse – Delia Owens

Ein Buch mit einer ganz speziellen Atmosphäre. Zuletzt ging es mir mit Miroloi von Karin Köhler so. Übrigens eines meiner absoluten Lesehighlights des letzten Jahres. Ich bin ein großer Fan von Naturbeschreibungen und konnte mich dank der Beschreibungen, der Marsch und der dort herrschenden Flora und Fauna ganz hingeben. Ich habe einige Zeit damit verbracht, mir diese Umgebung im Internet anzuschauen. Mich darüber zu informieren, wie ein Marschland entsteht, welchen Arten es gibt und wo man diese live erleben könnte. Ich finde, sowas ist immer ein ganz gutes Indiz dafür, wie sehr einen ein Buch im Inneren bewegt. Je mehr ich über die Hintergründe von Bücher forsche, desto häufiger gefällt mir die darauf fußende Geschichte. Auch hier kann ich definitiv eine Leseempfehlung aussprechen.

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8. Der Zirkus der Stille – Peter Goldammer

Interessanter Plot und doch konnte es mich nicht so ganz mitreißen. Mir fehlte die Atmosphäre und – ohne zu viel zu verraten – der Zirkus. Die Protagonistin war mir ebenfalls nicht sehr sympathisch. Weiteres folgt demnächst.


Momentan versuche ich die Bücher, die schon länger ungelesen in meinem Regal verweilen und etwas neuere abwechselnd zu lesen. Es gibt wirklich so wunderbare Geschichten, die schon so lange darauf warten von mir gelesen zu werden. Mein Herz schlägt momentan auch sehr für Klassiker. Nachdem ich im Mai alle drei Staffeln von „Anne with an E“ gesehen habe, musste ich mir auch unbedingt die Serienvorlage „Anne of Green Gables“ von L.M. Montgomery zulegen. Ein ganz schön schwieriges Unterfangen. In der deutschen Version soll viel des Charmes verloren gehen, weswegen ich nach einer schönen, englischsprachigen Ausgabe suchte. Ich wurde vom Überangebot fast erschlagen. Aber dazu vielleicht bald mehr. Nun habe ich Band 1- 9 im Regal stehen und habe mir auch gleich weitere Werke der Autorin zugelegt.

Was für ein “Lesertyp” seid ihr? Sommer/Winter oder doch ein Ganzjahres-Vielleser? Welches Buch war euer Monatshighlight? Möchtet ihr mehr zum Thema Hausbau wissen?

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