Langsamer Abschied – Irina Korschunow

von Deborah von mirgetreu
Langsamer Abschied

Klappentext

“Ihre Geschichte beginnt zwischen den schrägen Wänden am Göttinger Goldgraben, wo bei klarem Wetter ein Quadrat des Sternenhimmels durch das Dachfenster funkelt. Pierre studiert Physik, Nora Kunstgeschichte, und als sie sagt: “Ja, ich will bei dir bleiben”, gilt das für immer – glaubt sie. Doch der Unfall, bei dem Pierre schwer verletzt wird, wirft Nora aus der Bahn. Ein nicht enden wollender Albtraum beginnt. Sie kann sich nicht verzeihen, dass sie im Streit auseinandergingen, bevor das Unglück geschah. Wird sie jemals wieder aus dem Labyrinth von Schmerz und Schuldgefühlen herausfinden? Vielleicht sogar noch einmal von Liebe reden können?” (Quelle: Klappentext)

Mein Eindruck

Dieses Buch beginnt mit dem Ende. Das Ende von Noras und Pierres inniger Beziehung und Ehe zueinander. Nora, die ihren Mann in einem Unfall verloren hat und jetzt zu Grabe tragen muss, erinnert sich an die vielen glücklichen Momente in ihrem Leben. Ihr Kennenlernen, das erste Haus und ihre gemeinsamen Träume. Wo Licht ist, ist aber auch immer Schatten und so denkt Nora auch an die vielen Schicksalsschläge, die sie durchleben musste. Ein Buch über die manchmal komplizierte, tiefe und innige Liebe zweier Menschen zueinander.

“Ich sehe ihn an, die dunklen Augen, das lachende Gesicht, und die Zeit beginnt sich zu drehen, zurück ins Damals vor zwanzig Jahren.” (S.10)

Auch wenn man als Leser den vermeintlichen Ausgang des Buches sofort am Anfang auf dem silbernen Teller serviert bekommt, nimmt dies nichts von der Spannung. Im Gegenteil: Man möchte wissen, wie es zu diesem Umstand gekommen ist. In den ersten paar Seiten dieses 157 Seiten umfassenden Buches habe ich anfangs nur reingelesen, da ich mit meinem anderen Buch nicht vorankam. Dennoch habe ich schnell gemerkt, dass mich die Geschichte in ihren Bann gezogen hatte. Wie konnte Nora das alles überstehen? Wie kam es zu diesem Ende? – Dies sind die Leitfragen, die einen dazu motivieren weiterzulesen. Die Autorin schreibt sehr gefühlsecht und es fällt einem einfach alles nachzuempfinden. Es ist keine Disney Liebesgeschichte, die hier erzählt wird, sondern vielmehr eine, die direkt aus dem Leben gegriffen ist und jedem so passieren könnte. Für eine ganze Lebensgeschichte erscheinen die 157 Seiten natürlich sehr kurz. Aber auch wenn man das Buch auf 400 Seiten ausgedehnt hätte, denke ich nicht, dass die Nachricht hinter der Geschichte noch besser hätte vermittelt werden können. Vielleicht wollte die Autorin darauf aufmerksam machen, wie kurz das Leben sein kann, und das jede Minute davon genossen werden sollte. Und dass es die makellose Liebe wirklich nur in Filmen gibt.

Fazit

Das Buch hat mich ziemlich nachdenklich zurückgelassen. Nicht nur einmal musste ich es während dem Lesen kurz beiseite legen, um darüber nachzudenken. Wie würde ich mich verhalten, wenn ich Noras Situation durchleben müsste? Da die Geschichte nicht bei den Haaren herbeigezogen ist, musste ich auch an all die Menschen in der Welt denken, die etwas Derartiges erleben müssen und dabei nicht zerbrechen.

Das Cover ist im ersten Moment nichtssagend. Nach dem Lesen aber musste ich feststellen, dass das Motiv doch sehr passend gewählt wurde. Die Symbolik von Efeu bedeutet nämlich Treue und Unsterblichkeit. Wer eine zarte Liebes- und Lebensgeschichte für zwischendurch sucht und vor traurigen Momenten nicht zurückschreckt, dürfte mit dem Buch gut bedient sein.

Original Titel: Langsamer Abschied | Verlag: derClub Sonderausgabe (nicht mehr erhältlich)
Seitenanzahl: 157 | ISBN: 978-3-442-74035-2 | Erscheinungsdatum: 08.2010

0 Kommentar
0

Mehr?

Einen Kommentar hinterlassen

* By using this form you agree with the storage and handling of your data by this website.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Seite erklären Sie sich damit einverstanden. Weitere Informationen können Sie der Datenschutzerklärung entnehmen. Ich stimme zu Datenschutzerklärung