Lilienfeuer – Alexandra Monir

von Deborah von mirgetreu
Lilienfeuer

Klappentext

„Sieben Jahre ist es her, doch nie gelang es der 17-jährige Imogen jene Nacht zu vergessen, als ihre Eltern bei einem Brand im Garten des englischen Familiensitzes starben. Aufgewachsen in New York, gerät Imogens Welt abermals völlig aus den Fugen, als sie erfährt, dass ihre Cousine Lucia verunglückt ist und sie nunmehr das Erbe als Herzogin von Rockford antreten muss. In England erwarten sie nicht nur die ungewohnten aristokratischen Pflichten, sondern auch Sebastian, Imogens heimliche Liebe seit Kindheitstagen. Doch ihr Wiedersehen auf Rockford Manor wird durch die mysteriösen Vorkommnisse hinter den uralten Mauern überschattet: Waren die Todesfälle in ihrer Familie wirklich ein Zufall?“ (Quelle: cbj)

Mein Eindruck

Die 17-jährige Imogen Rockford stammt aus einer der adligsten und angesehensten Familien Englands und lebt das ganz normale Leben eines Teenagers. Doch ihre Familiengeschichte wird von einem traurigen Ereignis überschattet, bei dem die damals 10-Jährige nicht nur ihre Eltern verlor, sondern auch der ältere Bruder ihres Vaters und dessen Frau ums Leben kamen. Ihre nur etwas ältere Cousine Lucia ist seit diesem Zeitpunkt die alleinige Erbin des Familienanwesens und des Titels und lebt im Gegensatz zu Imogen, die seit diesem Unfall bei einem Geschäftspartners ihres Vaters in New York wohnt, praktisch allein auf dem Anwesen der Familie. Doch eines Tages erreicht Imogen, die nun kurz vor ihrem Highschoolabschluss steht, die Nachricht, dass ihre Cousine bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen ist und nun sie die einzige, noch lebende Anwärterin auf das Erbe ist. Imogen wird von einem Tag auf den anderen zu einer Herzogin und merkt schon bald, dass irgendetwas Mysteriöses auf Rockford Hall vor sich geht…

„Der Wind wispert in meinem Haar, die Blüten leuchten auf, wenn ich an ihnen vorbeigehe, und mein gnazer Körper fühlt sich anders an, geweckt von Adrenalin, das mir zu Hause zu fehlen scheint.“ (S. 19)

Lilienfeuer

„Lilienfeuer“ von Alexandra Monir war schon eine gewisse Zeit vor dessen Erscheinung auf meinem Wunschzettel, da ich in einer Vorschau das wunderbare Cover sah und spätestens nach dem Lesen des Klappentextes, das Buch am liebsten SOFORT lesen wollte. Die Autorin an sich war mir zwar bekannt, dennoch habe ich bisher noch nichts von ihr gelesen, was ich spätestens nach diesem Buch nachholen werde. Lilienfeuer sprach mich aufgrund der Thematik „Mädchen wird praktisch über Nacht zu einer Prinzessin“ (auch wenn es in diesem Fall eine Herzogin ist) und dem kleinen aber feinem Zitat von Jessica Brody auf dem Buchrücken an, das praktisch einen Vergleich zu Downton Abbey anstellt. Als unglaublich großer Fan dieser britischen Serie und allem, was mit der High Society Englands zu tun hat, begab ich mich an der Seite von Imogen auf die Reise nach England und dem uralten Vermächtnis ihrer Vorfahrin, die alles andere als normal zu sein schien.

„Es ist genauso, wie Dad einst geschrieben hat, […]. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Wahrnehmung und Irrglauben.“ (S.342)

Das Buch an sich ist in mehrere Teile gegliedert, die meiner Meinung nach aber total unnötig sind. Man merkt die Übergänge kaum und auch sonst hat sich mir der Sinn dahinter nicht ganz erschlossen. Auch die Bezeichnung als „Mystery-Thriller“ finde ich etwas irreführend, denn gerade ich als absoluter Grusel-& Horrorwaschlappen, fand einmal 1-2 Seiten etwas schaurig. Das wars dann aber auch. Die Protagonistin empfand ich als ziemlich unscheinbar. Irgendwie fehlte mir die Stärke, der Charakter, das Leben. Aber auch die anderen Charaktere konnten in dieser Hinsicht nicht punkten, sehr schade, denn das verleiht dem ganzen Roman eine gewisse Blässe und Ausdrucksschwäche. Es werden viele interessante Stellen nicht weiter ausgeführt und insgesamt hat man hinterher auch das beklemmende Gefühl, dass da einfach noch was fehlt. Dass die Handlungsstränge nicht zu Ende gesponnen und ein gewisses Potenzial ungenutzt blieb. Eindrucksvoll hingegen war die ganze Idee dahinter, dass Imogen nicht nur in eine völlig neue Rolle schlüpfen und diese auch in kürzester Zeit meistern muss, sondern auch, dass sie abgesehen von ihrer adligen Abstammung, etwas ganz Besonderes ist. Sie muss sich möglichst schnell in einer Welt zurechtfinden, die sie schon für verloren hielt und das ohne ein einziges Familienmitglied an ihrer Seite. Für so ein junges Mädchen eine echte Herausforderung.

Lilienfeuer

Fazit

Alles in allem ein netter Roman mit einer interessanten Thematik, die leider vom Potenzial her nicht voll ausgeschöpft wurde. Nebenstränge verlaufen im Sand und am Ende ist das Buch zwar abgeschlossen, hinterlässt aber genug offene Fragen für einen möglichen zweiten Band, den ich dann – sollte einer geplant sein – trotzdem lese werde!

Original Titel: Suspicion | Verlag: Dressler | Übersetzer: Michaela Link | Format: Taschenbuch | Seitenanzahl: 352
ISBN: 978-3-570-40274-0 | Erscheinungsdatum: 09.2015

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