Nacht im Central Park – Guillaume Musso

von Deborah von mirgetreu
Nacht im Central Park

Klappentext

„Alice und Gabriel wachen aneinandergefesselt auf einer Parkbank auf und haben keine Ahnung, wie sie in diese Situation geraten sind. Zumal sie sich nicht einmal kennen. In der Nacht zuvor ist Alice mit Freundinnen auf den Champs-Elysées ausgegangen, Gabriel hat in einem Club in Dublin Klavier gespielt. Wie konnten sie in nur so kurzer Zeit nach Amerika gelangen? Wurden sie mit einem Privatjet entführt? Von wem stammen die Blutflecken auf Alice‘ T-Shirt? Warum trägt sie eine fremde Waffe, in der eine Kugel fehlt? Alice und Gabriel bleibt nichts anderes übrig, als gemeinsam herauszufinden, was passiert ist. Ihre Suche führt sie auf die Spur eines Serienmörders, der Alice schon einmal um ein Haar das Leben gekostet hätte und sie nun ein weiteres Mal bedroht. Doch auch Gabriel hat ein Geheimnis …“ (Quelle: Piper)

Mein Eindruck

Alice Schäfer, eine Pariser Kriminalpolizistin, staunt nicht schlecht, als sie die Augen aufschlägt und sich nicht nur fern ihrer Heimat befindet, sondern auch noch mit ihren eigenen Handschellen an einen fremden Mann gekettet ist. Noch dazu ist sie blutverschmiert und trägt eine fremde Waffe. Die Erinnerung an die vergangene Nacht ist verblasst. Nach dem ersten Schock meldet sich jedoch ihr polizeiliches Gespür zu Wort und sie fängt an die Puzzleteile zusammenzusetzen. Was ist bloß passiert? Der fremde Mann entpuppt sich als Gabriel, der ebenfalls bewusstlos war und sich eigentlich in Dublin wähnte. In seinem Arm ist eine nichtssagende Zahlenkombination eingeritzt. Ohne Geld und Handy müssen die Beiden nun dem Rätsel auf die Spur kommen und befinden sich schon bald in einem wirren Geflecht zwischen Wahrheit und Tod.

„Es gibt seltene Augenblicke, in denen sich eine Tür öffnet und das Leben einem eine unerwartete Begegnung beschert, mit einem Menschen, der uns ergänzt und vorbehaltlos so akzeptiert, wie man ist; (…). Der einem einen Spiegel vorhält, in dem man sich furchtlos betrachten kann.“ (S. 97)

„Nacht im Central Park“ ist das erste Buch, das ich von Guillaume Musso lese und hat mich aufgrund des Textes auf dem Buchrücken angesprochen, der er eine spannende Story versprach. Den Autor verband ich eher mit Liebesstories und war ziemlich schockiert, als ich dann den „echten“ Klappentext las und bemerkte, dass es anscheinend blutig und alles andere als Friede Freude Eierkuchen wird. Scheinbar hatte ich zu einer Art Thriller gegriffen, eigentlich gar nicht mein Genre. Umso überraschter war ich, als ich testweise die ersten paar Seiten las und das Buch gar nicht mehr zur Seite legen konnte. Der Einstieg war überaus gelungen, es wird eine Spannung geschaffen, die das ganze Buch nicht mehr abflachte. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass ich das Buch innerhalb eines Nachmittags verschlungen habe.

„Mein Körper hat sich erholt, mein Geist hat sich von einer Last befreit wie nach einem langen, albtraumhaften Abtauchen, das mich durch die Paläste der Nacht, der Träume und des Schlafes geführt hat, mich Zerberus bekämpfen und die Furien bezwingen ließ, bevor ich wieder an die Oberfläche tauchen konnte.“ (S.355)

Alice als Protagonistin ist etwas gewöhnungsbedürftig. Sie ist und war mir schon die ganze Zeit sehr unsympathisch, was an ihrer aggressiven, rücksichtslosen Art liegt. Zwar wird sie zeitweise als Frau mit harter Schale und weichem Kern dargestellt, was ich ihr allerdings nicht abkaufen konnte. Ganz anders sieht es mit Gabriel aus, der mich mit seiner charmanten, etwas verplanten Art ganz und gar für sich gewinnen konnte. Die Nebencharaktere bleiben eher unscheinbar, sind aber auch nicht von großer Bedeutung. Als wirklich höchst interessant und spannend empfand ich die Struktur und die Zusammenhänge der Geschichte, die rasante Jagd nach der Wahrheit, was mit den beiden in der vergangenen Nacht geschehen war und welche dunklen Geheimnisse noch ans Tageslicht kommen würden. Es gab einige Momente, in denen ich gespannt die Luft angehalten und sogar Gänsehaut bekommen habe. Bei mir als absoluten Angsthasen allerdings auch nicht verwunderlich. Dennoch bin ich der Meinung, dass es auch für erfahrene Genreleser einige Überraschungen und Wendungen gibt, die so nicht vorhersehbar waren. Etwas gemildert wurde meine Euphorie über das Buch jedoch in den letzten Seiten, als es schien, dass der Autor noch zwanghaft etwas hinzufügen musste, das eigentlich gar nicht mehr nötig war. So bleibt das Buch jetzt bei mir mit einer etwas bitteren Note in Erinnerung.

Fazit

Ein kurzweiliger, spannender und rasanter Roman der einen sofort einnimmt und zum Weiterlesen motiviert. Zwar mindert das Ende etwas meine Begeisterung für das Buch, dennoch konnte es mich von sich überzeugen!

Vielen Dank an den Piper Verlag, für die Bereitstellung dieses Exemplars!

Original Titel: Central Park | Verlag: Pendo | Übersetzer: Eliane Hagedorn, Bettina Runge | Format: Klappenbroschur
Seitenanzahl: 384 | ISBN: 978-3-86612-378-6 | Erscheinungsdatum: 01.06.2015

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