Seide – Alessandro Baricco

von Deborah von mirgetreu
Seide

Klappentext

“Eine leise Geschichte über das Begehren. Eine poetisch-zarte Parabel vom Glück und seiner Unerreichbarkeit. Der Roman, der Baricco weltberühmt machte. Knisternde Seide, kühl, edel und kostbar. Als 1861 eine nahezu weltweite Epidemie in der Seidenraupenzucht um sich greift, fühlen sich die Spinnereien des südfranzösischen Städtchens Lavilledieu in ihrer Existenz bedroht. Daher bricht der Seidenraupenhändler Hervé Joncour im Herbst desselben Jahres auf zu einer beschwerlichen Reise in das für seine Seide berühmte, doch gegen alle äußeren Einflüsse abgeschottete Japan.” (Quelle: dtv)

Mein Eindruck

Aufgrund der Länge des Buchs, lässt sich nur bedingt eine Rezension verfassen, ohne dabei schon zu viel von der Geschichte zu verraten.

Nachdem ich vor längerer Zeit den Film zum Buch gesehen hatte, wollte ich es mir nicht nehmen lassen auch noch das Buch zu lesen. Nach dem Kauf war ich etwas erstaunt, denn ich hatte anscheinend nicht genau hingeschaut und hielt nun einen Großdruck mit knapp 120 Seiten in der Hand. Nach einer guten Stunde des Schwelgens war der Zauber dieser Geschichte dann auch wieder vorbei und hat mich noch etwas nachdenken lassen. Die Geschichte an sich strahlt eine gewisse Leichtigkeit und Ruhe aus. Der Leser hat dank des Schreibstils keinerlei Probleme schnell in den Lesefluss hineinzufinden. Trotzdem kommt in keinem Moment Langeweile auf, im Gegenteil, man möchte unbedingt herausfinden, für welchen Weg sich Hervé entscheidet. Ab und an werden gewisse Sequenzen fast wörtlich wiederholt, was jedoch nicht negativ auffällt, sondern der Geschichte einen gewissen Charme verleiht. Ich muss sagen, dass ich im Nachhinein das Gefühl hatte, ein Märchen gelesen zu haben, das den Leser melancholisch und etwas nachdenklich hinterlässt.

“Hara Kei hörte zu, ohne daß auch nur der Schatten eines Gefühls seine Gesichtszüge verwirrte. Er hing an Hervé Joncours Lippen, als seien sie die letzten Zeilen eines Abschiedsbriefes.” (S.35)

Der Autor schafft es mit wenigen Worten viel zu beschreiben und lässt dem Leser einen gewissen Freiraum für eigene Interpretationen. Meiner Meinung nach hätten einige Seiten mehr, definitiv nicht geschadet. Nachdem der Beginn der Geschichte etwas länger und detaillierter war, hatte ich gegen Ende das Gefühl, dass das Buch nun schnell enden musste. Interessante Stellen wurden nicht ausführlich genug erläutert und ließen mich etwas enttäuscht zurück. Das vermeintliche Highlight der Geschichte, der Liebesbrief, war für mich eher langweilig und in gewisser Weise eher nervig als „romantisch/erotisch“. Gut war, dass das Buch nicht mit einem typischen „Und sie lebten glücklich und zufrieden bis zum Ende ihrer Tage“-Ende daher kommt, sondern mit einem das für mich eher der Realität entsprach.

Fazit

Alles in allem war das Buch für gut für zwischendurch und bot eine angenehme Unterhaltung die einen im Nachhinein noch etwas nachdenken lässt. Schade ist nur, dass es so wenige Seiten hat und das manche Stellen, die spannend erscheinen, zu wenig erläutert werden.

Original Titel: Seta | Verlag: dtv | Format: Taschenbuch | Seitenanzahl: 128 | ISBN: 978-3-423-13335-7
Erscheinungsdatum: 05.2005

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