Sommernachtszauber – Ellen Alpsten

von Deborah von mirgetreu
Sommernachtszauber

Klappentext

„Seit ihrer ersten Begegnung mit dem jungen Schauspieler Johannes ist das Leben für Caroline wie ein Rausch. Tagsüber gibt sie auf der Bühne alles, um ihre erste große Rolle als Julia perfekt zu spielen. Nachts trifft sie sich heimlich mit ihm für weitere Proben im dunklen Theater. Johannes holt aus ihr und der Rolle das Beste heraus und die beiden verlieben sich haltlos ineinander. Doch Caroline wagt nicht, irgendjemandem von ihrem Glück zu erzählen. Denn Johannes dürfte gar nicht existieren. Er wurde während einer „Romeo und Julia“-Inszenierung in den 30er-Jahren grausam auf der Bühne erstochen und mit einem Fluch belegt. Und langsam erkennt Caroline, dass ihre Liebe zu Johannes sie vor eine unmögliche Wahl stellt …“ (Quelle: Coppenrath Verlag)

Mein Eindruck

Caroline Siebert ist ein Ausnahmetalent. Sie bekam nicht nur das einzig verfügbare Stipendium einer hoch angesehenen Berliner Schauspielschule, sondern brilliert auch im Vorsprechen für die Hauptrolle der Julia in Shakespeares Romeo und Julia. Ihre beste Freundin Mia, die ebenfalls für die Rolle vorgesprochen hatte, ist zutiefst bestürzt und neidisch. Schließlich spielt der begehrte und prominente Ben von Behrens die Rolle des Romeo. Doch Caroline, deren Leben bisher eher schlecht als Recht verlief, hat große Angst der Rolle der Julia nicht gerecht zu werden und schleicht sich nachts nach den Proben in das Theater, um weiter zu üben. Sie staunt nicht schlecht, als plötzlich ein halbdurchsichtiger junger Mann mit einer klaffenden Bauchwunde vor ihr steht und behauptet vor 70 Jahren als Romeo auf dieser Bühne gestorben zu sein…

„Sieh dir doch die Erfolgreichen an: Aus der Ferne sehen wie aus wie Schwäne, die erhaben, majestätisch und ohne Sorge auf der Welt auf dem spiegelglatten Wasser dahingleiten. Aber unter der Oberfläche, glaub mir, paddeln sie wie die Verrückten!“ (S. 187)

Sommernachtszauber von Ellen Alpsten ist das erste Buch dieser Autorin, das in mein Bücherregal wanderte. Das unglaublich schöne Cover war daran nicht ganz unbeteiligt, denn wie soll man nur an diesem Schmuckstück vorbei gehen? Es fiel mir zunächst schwer, mich mit dem Schreibstil der Autorin anzufreunden und einen Einstieg in die Geschichte zu finden. Nach den ersten paar Seiten habe ich mir sogar kurzzeitig überlegt es abzubrechen und mich einer neuen Geschichte zu widmen. Gut, dass ich dem Buch noch eine Chance gegeben habe, denn nach und nach nahm die Geschichte immer mehr Fahrt auf und zog mich in ihren Bann. Der Titel kommt dem Erlebnis hier sehr nahe, denn es war wie bei einem Zauber, der erst komplett ausgesprochen werden muss, um einen zu verzaubern. In der Geschichte angekommen, wollte ich das Buch so schnell nicht mehr aus der Hand legen und blieb, bis ich die letzte Seite entsetzt umschlug, regelrecht besessen davon. Zunächst einmal war ich froh, dass das Buch zwischendurch auch sprachlich und inhaltlich etwas derber wurde und entgegen meiner Befürchtung, doch nicht auf junge Leser ausgelegt war. Das verlieh dem Buch, in dem es die ganze Zeit doch relativ märchenhaft zugeht, zwischendurch einen ernsthafteren Anstrich und vor allem Glaubwürdigkeit.

„Ihr gefiel dieser Übermut und diese Leichtherzigkeit. So sollte das Leben sein – voller Überraschungen, unberechenbar und golden schimmernd.“ (S. 227)

Caroline ist eine schwierige Protagonistin, mit der ich zuerst warm werden musste. Sie hat in ihrem noch sehr jungen Leben schon viele schwere Tage erlebt, was nicht nur daran liegt, dass sie seit dem Selbstmord ihres Vaters und der dadurch entstandenen tiefen Depression ihrer Mutter praktisch alleine für die Erziehung ihres kleinen Bruders verantwortlich ist. Obwohl sie das neben ihrem Stipendium an der Schauspielschule ohne große Probleme bewältigt, versinkt sie regelmäßig in Selbstmitleid und traut sich nichts Großes zu. Dank Johannes macht sie eine große Entwicklung durch und wurde mir um einiges sympathischer. Doch leider verbleibt sie gegenüber einer Person sehr naiv: Mia, ihrer besten Freundin, die leider eine andere Auffassung von Freundschaft hat als sie selbst und ihr weder die Rolle der Julia, noch die wahre Liebe, gönnt.

Fazit

Ein schönes Jugendbuch, das mir bis auf den Anfang gut gefallen hat. An manchen Stellen hätte ich mir noch mehr Tiefgang gewünscht und dass die Autorin mehr auf das Theaterstück an sich eingegangen wäre. Dennoch ein toller Roman über das Theater und die große Liebe.

Original Titel: Sommernachtszauber | Verlag: Coppenrath | Format: Hardcover | Seitenanzahl: 416
ISBN: 978-3-649-61056-4 | Erscheinungsdatum: 06.2013

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