Über rosaroten Wolken – Michelle Schrenk

von Deborah von mirgetreu
Unter rosarotem Himmel

Klappentext

„Julia und Ben haben ihr Happy End gefunden – zumindest glauben sie es. Denn als das Leben mit den Jahren weitergeht, verblassen langsam die schönen Farben. Julie stellt sich dies Frage: War das jetzt alles im Leben? Kann man Familie haben und sich trotzdem nicht verlieren? Wo ist die Zeit hin, als Ben und sie auf Wolken schwebten? Plötzlich wirbelt das Schicksal ihren Alltag komplett durcheinander. Wie ist das eigentlich nicht diesen verflixten Schmetterlingen? Und was passiert, wenn du auf einen Nacktschnecke trittst und alles in Frage stellst? “ (Quelle: Michelle Schrenk)

Mein Eindruck

Die Mittdreißigerin Julia ist Mutter dreier Kinder, die sie ziemlich auf Trab halten. So sehr, dass alles andere in den Hintergrund rückt. Die einst so leidenschaftliche Beziehung zu ihrem Mann Ben, aber auch ihre große Leidenschaft: die Malerei. Als sie sich eines Tages traut, den nächsten Schritt zu gehen und sich bei einer hippen Nürnberger Agentur bewirbt, wird sie als zu alt und langweilig abgestempelt. Dass ihr Mann es weder schafft, sie nach diesem Rückschlag aufzumuntern, noch sich wirklich für ihre Träume interessiert, zieht Julia nur weiter runter. Als sie eine E-Mail erhält, dass ihr Glücksarmband, dass sie beim Vorstellungsgespräch verloren hatte, von einem geheimnisvollen Fremden gefunden wurde, der sie nun treffen möchte, ändert sich ihr Leben schlagartig.

„Manchmal braucht man etwas, das bleibt. Man braucht Freunde, denen man vertraut, und Schokolade und ganz dick Butter auf dem Brötchen, egal ob es Spuren hinterlässt oder nicht.“ (S.8)

„Über rosaroten Wolken“ ist das zweite Buch, das ich nun von der wirklich sympathischen Michelle Schrenk lesen darf. Wie auch ihr vorheriges Buch „Unter halbblauem Himmel“ punktet das Buch schon von vornherein durch ein toll gestaltetes Cover, das einen direkt einlädt in die Geschichte rund um Träume, Glück und die Frage, was eigentlich über den rosaroten Wolken ist, einzutauchen.

Was passiert nach einem vermeintlichen Happy End? Leben die Protagonisten danach wirklich ihr happily ever after? Michelle zeigt auf witzige und gut erzählte Weise was passiert, wenn die Schmetterlinge im Bauch verschwinden und wie man trotz unzähliger in den Weg gelegter Steine doch noch seine Träume leben kann. „Über rosaroten Wolken“, beginnt mit einem Happy End. Einen Heiratsantrag als Krönung einer wunderschönen Liebesgeschichte. Doch 12 Jahre später sieht das ganze anders aus. Drei Kinder machen Julia das Leben schwer, dazu kommt Ben, ihr Ehemann, der in Arbeit versinkt und keine Zeit mehr für sie hat. Schnöder Alltag begleitet sie und sie fragt sich nicht umsonst, ob das alles gewesen sein soll, ob sie ihre Träume, die sie für Ehe und Kinder zurückgelassen hat, jemals leben kann. Als sie durch einen Zufall Tim kennenlernt, der sich wirklich für sie und ihre Probleme interessiert, merkt Julia, dass sie etwas für ihr Glück tun muss.

„Wo geht diese verflixte Liebe hin, wenn man sich nicht mehr liebt? Wisst ihr, was ich meine? Wohin fliegen diese verflixten Dinger von Schmetterlingen? Wo geht das Kribbeln hin? Ich meine, packen diese Gefühle irgendwann einfach die Koffer und sagen sich: Schön war`s, aber hier wird es mir jetzt zu langweilig, mal sehen, was in den anderen Bäuchen los ist?“ (S. 147)

Die Situation Julias hat mir etwas Angst gemacht und auch ein Stück weit die Augen geöffnet. Sie befindet sich in jener Situation, vor denen sich wohl die meisten jungen Frauen fürchten. Man gibt für die Kinder und Ehe den Job auf und schafft es, sobald die Kinder etwas älter sind, nicht mehr so ganz den Einstieg in die Berufswelt zu finden. Dazu kommt es, dass weder Mann noch Gesellschaft den Job „Mutter“ ernst nehmen. Das bisschen Daheim sein und nebenbei noch auf Kinder aufpassen, wird als nicht gleichwertig mit „richtiger“ Arbeit angesehen, obwohl die meisten doch eigentlich wissen, dass Haushalt Kinder wirklich schwer zu meistern sind und dieser Job nach 8 Stunden definitiv nicht zu Ende ist. Oftmals hatte ich wirklich Mitleid mit Julia und hätte manchen Charakteren am liebsten eine Ohrfeige für ihre unverschämten Anmaßungen verpasst. Dabei bleibt Julia dennoch eine starke Frau, vor der ich echt Respekt habe. Auch wenn ich einige Entscheidungen nicht nachvollziehen konnte – aber vielleicht fehlt mir an dieser Stelle einfach die eigene Erfahrung. Aber auch die Nebencharaktere waren wirklich nicht ohne. Julias beste Freundinnen Nathalie und Lilly haben klasse in die Geschichte gepasst und ihr mit ihren Handlungen auch noch etwas Würze verliehen. Es gab viele lustige Szenen, die mich wirklich amüsiert haben, aber auch traurige, melancholische Szenen, die ein wunderbares Gesamtbild ergaben.

Fazit

Ein Frauenroman, der vor allem mit lustigen Alltagssituationen punktet und zeigt, dass man trotz Haushalt und Kindern nie seine Träume aus den Augen verlieren sollte. Nur wer sein Glück selbst in die Hand nimmt, wird letztendlich auch davon profitieren können. Besonders schön: Am Ende des Buches gibt es noch einen kleinen Einblick in die Fortsetzung „Der Weg zwischen den Sternen“! Ich freue mich sehr darauf!

Vielen Dank an Michelle Schrenk für die Bereitstellung dieses Exemplars!

Original Titel: Über rosaroten Wolken | Verlag: CreateSpace | Format: Taschenbuch | Seitenanzahl: 502
ISBN: 978-1517137700 | Erscheinungsdatum: 31.08.2015

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