Zodiac – Romina Russell

von Deborah von mirgetreu
Zodiac

Klappentext

„Die 16-jährige Rhoma vom Planeten Krebs verfügt – wie viele andere in der Galaxie Zodiac – über die Fähigkeit, in den Sternen zu lesen. Doch während ihre Mitschüler die Zukunft anhand genauester Berechnungen und wissenschaftlicher Erkenntnisse vorhersagen, schaut Rho nur zu den Sternen auf und wartet auf ein Zeichen. Deswegen gilt sie bei den Lehrern als unverbesserliche Träumerin und ist kurz davor durch ihre Prüfung zu fallen. Doch als eine schreckliche Katastrophe das Sternbild Krebs heimsucht, bei der unzählige Menschen sterben, war Rho die einzige, die die Gefahr in den Sternen hat kommen sehen. Völlig überraschend wird sie zur neuen Wächterin von Krebs ernannt, zur obersten Sterndeuterin ihrer Heimat. Aber Rho entdeckt ein Omen in den Sternen, das nichts Gutes verheißt: Die Katastrophe von Krebs war kein Unfall. Andere werden folgen. Und vielleicht wird ganz Zodiac untergehen. Doch wer glaubt einem unerfahrenen Teenager, der ein Monster in den Sternen sieht?“ (Quelle: Piper)

Mein Eindruck

In ferner Zukunft lebt die Menschheit längst nicht mehr auf dem Planeten Erde, sondern auf mehreren Planeten, die nach den 12 Sternzeichen benannt sind. Wassermann, Steinbock, Waage, Krebs und die weiteren Sternzeichen bilden das Universum, in dem Protagonistin Rho Grace lebt. Sie kommt vom Planeten Krebs, einem Planeten, der hauptsächlich aus Wasser besteht. Die 16-Jährige weiß allerdings nicht, dass sie eine ganz besondere und seltene Gabe hat, bis sie das Ende ihres Planeten in den Sternen sieht. Es beginnt eine Reise, die sie kreuz und quer durch die Galaxie führt, um diese vor einer uralten, schon vergessenen Macht zu retten, die nun droht alles zu zerstören.

„Die entscheidendsten Wahrheiten werden immer abgelehnt, bevor sie akzeptiert werden. (…) Es ist einer unserer größten menschlichen Fehler: Arroganz.“ (S. 162)

„Zodiac“ von Romina Russel war für mich kein einfaches Buch. Der Klappentext las sich zwar interessant, was mich trotz meiner Abneigung gegen Sci-Fi dazu verleitete das Buch zu lesen. Allerdings wollte es mich nicht so 100%ig von sich überzeugen. Das Buch beginnt wie ein typischer Jugendroman – die Protagonistin lebt ihr Leben, hat Probleme in der Schule und hängt am liebsten mit ihrer Clique ab. Dass die ganze Story allerdings nicht auf dem Planeten Erde spielt, wird einem spätestens dann bewusst, wenn Rho von ihrem besonders schicken und eng anliegenden Raumanzug erzählt. Fast schon langweilig würde man meinen, doch dann passiert die Katastrophe, die Rhos ganzes Leben umschmeißt und sie praktisch zwingt von einem Tag auf den anderen erwachsen zu werden. Ab diesem Zeitpunkt ändert sich alles. Die lockere Atmosphäre ist weg und nun geht es ums knallharte Überleben. Schließlich liegt die Sicherheit der Galaxie in Rhos Händen.

„Als ich das Wächteramt akzeptiert habe, wusste ich, dass ich alles würde aufgeben müssen. Aber es gibt einige Dinge, an denen ich festhalten muss, und sei es auch nur aus dem Grund, meine Pflichten in dieser Rolle zu erfüllen. Eine davon ist Integrität.“ (S.305)

Der lockere Schreibstil leitet einen leicht durch die Seiten, wobei man immer wieder an verschiedenen Fachbegriffen hängen bleibt. Das von Romina Russel geschaffene Universum ist komplex und benötigt einige Zeit, um verstanden zu werden. Auf jedem Planeten sehen die Menschen anders aus, haben andere – besondere – Eigenschaften, die sie auszeichnen und andere spezielle Geräte, um miteinander zu kommunizieren. Dies muss man auf jeden Planeten, den Rho besucht, neu lernen und merken. Da hätte ich mir wirklich gewünscht, dass die meistgebrauchten Begriffe wie z. B. Akolyth, Ephemeride oder auch Astralator am Anfang in einem Glossar (zum Nachschlagen) erklärt werden. Leider hatte ich während des Lesens einige Pausen, da es mich einfach nicht so packen konnte, wie ich es erhofft hatte. Es war ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Spannende Stellen wechselten sich mit langatmigen ab, weswegen ich ab und an sogar daran gedacht hatte, einfach etwas anderes zu lesen.

Rho war mir als Protagonistin leider nicht gerade sympathisch. Total naiv und – natürlich – super schön, intelligent und auch sonst eine Traumfrau. Wie sämtliche männlichen Charaktere ihr da widerstehen können? Genau – gar nicht. Dass Rho dann auch noch eine Dreiecksgeschichte anfängt und natürlich beide genau gleich liebt, setzt dem Ganzen dann noch die Krone auf – arme Männer! Dabei gab es so süße Szenen, die ohne das ganze Gefühlschaos so schön hätten sein können.

Fazit

Die Mischung aus Liebesstory, Rettung des Universums und coming of age ist abgesehen von den etwas längeren Stellen zwischendurch und den vielen, verwirrenden Fachbegriffen, eigentlich recht gelungen. Leider hatte ich mir etwas mehr erhofft, denn die Geschichte und Idee hätte unglaublich viel Potenzial gehabt. Eine Dystopie, die hoffentlich im zweiten Band ihr Potenzial mehr ausschöpfen wird.

Original Titel: Zodiac | Verlag: ivi | Übersetzer: Michaela Link | Format: Taschenbuch | Seitenanzahl: 448
ISBN: 978-3-492-70381-9 | Erscheinungsdatum: 09.11.2015

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